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Pregabalin: Ärzte warnen vor Missbrauch

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Die Arzneimittelkommission der Ärzteschaft macht auf das Missbrauchpotenzial von Pregabalin (Lyrica®) aufmerksam. Anlass ist der Fallbericht eines Patienten mit generalisierter Angststörung, der mit Pregabalin behandelt wurde. Der 39-Jährige hatte mehrfach versucht, sich Rezepte zu erschleichen und eingestanden, täglich bis zu 3000 Milligramm des Medikaments einzunehmen (empfohlene Tageshöchstdosis 600 mg). Der AkdÄ sind ähnliche Fälle bekannt; auch die schwedische Arzneimittelbehörde warnte vor Kurzem vor Missbrauch.

 

Aufgrund der GABA-ergen Eigenschaften des Wirkstoffs sei eine Abhängigkeitsentwicklung vorstellbar, schreibt die AkdÄ in einer Drug-Safety-Mail. Entsprechende Hinweise wurden im vergangenen Jahr in die Fachinformation aufgenommen. Auch wenn das Risiko möglicherweise nur gering sei, sollten Patienten vor Beginn einer Behandlung darauf aufmerksam gemacht werden, empfiehlt die AkdÄ. Vorsicht sei vor allem bei Patienten mit Suchterkrankungen in der Vorgeschichte geboten.

 

Pregabalin ist seit 2004 auf dem deutschen Markt verfügbar. Der Wirkstoff ist ein GABA-Analogon, das die Freisetzung verschiedener erregender Neurotransmitter im Nervensystem moduliert. Er wird bei neuropathischen Schmerzen, Epilepsien und generalisierten Angststörungen eingesetzt. Lyrica steht auf Platz 12 der umsatzstärksten patentgeschützen Arzneimittel in Deutschland mit einem Umsatz von etwa 220 Millionen Euro im Jahr 2009. Verordnet wurden in diesem Jahr 45,7 Millionen definierte Tagesdosen, was einer Zunahme von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. (db)

 

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31.01.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Sorokin (Symbolbild)