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Übertragung durch Zecken
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Zwei neue Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen

Die Zahl der Land- und Stadtkreise, die als FSME-Risikogebiete zählen, hat sich von 183 auf 185 erhöht. Zwar ist vor allem der Südosten Deutschlands betroffen. Wachsam vor Zecken sollte man aber überall sein, empfiehlt das RKI.
AutorKontaktdpa
Datum 27.02.2026  12:30 Uhr

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat zwei neue Risikogebiete für die von Zecken übertragene Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bestimmt. Hinzu kommen der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt, wie es im aktuellen »Epidemiologischen Bulletin« heißt. Dort wurde jetzt die neue Karte mit den Risikogebieten veröffentlicht. Insgesamt gibt es damit in Deutschland 185 FSME-Kreise. 

FSME-Viren werden hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragen. Dabei gelangen die Viren in die Blutbahn des Menschen und können dort die Krankheit auslösen. In seltenen Fällen ist auch eine Übertragung über Lebensmittel möglich, etwa durch den Verzehr infizierter Rohmilch. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht. Viele Infektionen bleiben unentdeckt. Ein großer Teil der Infizierten entwickelt keine oder unspezifische Symptome wie grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Bei einem kleinen Teil kann es aber zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks kommen. Bemerkbar macht sich das durch Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Ausfälle des Nervensystems. Etwa ein Prozent der Erkrankten stirbt an der Krankheit.

Fast 700 Erkrankungen im vergangenen Jahr

2025 wurden nach RKI-Angaben in Deutschland 693 FSME-Erkrankungen gemeldet. Das sei die dritthöchste Erkrankungszahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001. Die überwiegende Mehrheit (98 Prozent) sei nicht oder nur unzureichend geimpft gewesen. Nachgewiesene Todesfälle gab es 2025 den Angaben nach keine.

Laut RKI besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen, im südöstlichen Brandenburg und im östlichen Sachsen-Anhalt. Einzelne Risikogebiete befinden sich in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen. Auch in Bundesländern ohne Risikogebiete treten den Experten zufolge vereinzelt FSME-Erkrankungen auf. Besonders in der Zeckensaison sollte daher bei entsprechenden Symptomen auch an FSME gedacht werden.

Ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt wird zum FSME-Risikogebiet erklärt, wenn die Zahl der übermittelten FSME-Erkrankungen einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Dann gilt für die Bewohnenden oder auch Besucher dieser Gebiete eine Impfempfehlung, wenn sie »gegenüber Zecken exponiert sind«, sich also zum Beispiel viel im Freien aufhalten.

Deutlich häufiger als FSME übertragen Zecken auch Borreliose. Hier gibt es keine Impfmöglichkeit, weshalb Zeckenstiche grundsätzlich mit Vorsichtsmaßnahmen wie langer Kleidung und gegebenenfalls Repellentien vermieden werden sollten. 

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