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US-Zulassung
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Zwei neue Antibiotika gegen Gonorrhö

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat gleich zwei neue Antibiotika gegen die sexuell übertragbare Erkrankung Gonorrhö zugelassen. Zolidaflocin und Gepotidacin befinden sich allerdings aktuell noch nicht auf der Prüfliste der EMA.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 02.01.2026  14:00 Uhr

Mitte Dezember erteilte die Food and Drug Administration (FDA) gleich zwei neuen oralen Antibiotikatherapien die Zulassung zur Behandlung einer unkomplizierten urogenitalen Gonorrhö. Die Erkrankung wird landläufig auch als Tripper bezeichnet und gilt als eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI) weltweit, verursacht durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae. In Deutschland sind die Fallzahlen überschaubar mit 1351 gemeldeten Fällen 2023, 1274 Fällen im Jahr 2024 und 987 Fällen im Jahr 2025. Die FDA bezeichnete die Neuzulassungen als Meilenstein für die Therapie, auch im Hinblick auf die Resistenzentwicklung.

Zoliflodacin (Nuzolvence® von Entasis Therapeutics) ist als Granulat formuliert und zugelassen ab einem Alter von zwölf Jahren und einem Mindestgewicht von 77 Pfund (ca. 35 Kilogramm). Gepotidacin (Blujepa von Glaxo-Smith-Kline) kommt als orale Tabletten ebenfalls für Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren auf den Markt. Hier gilt ein Mindestgewicht von 99 Pfund (ca. 50 Kilogramm). Gepotidacin ist bereits seit März 2025 in den USA zur Therapie von Harnwegsinfektionen zugelassen und seit der zweiten Jahreshälfte dort verfügbar. Nuzolvence soll in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Zolidaflocin ist ein Topoisomerase-II-Inhibitor (Gyrase-Hemmer), hat aber einen etwas anderen Angriffspunkt als bisherige Arzneistoffe dieser Wirkstoffklasse. Erst kürzlich wurde seine Nicht-Unterlegenheit gegenüber der Standardtherapie aus Ceftriaxon und Azithromycin in einer Phase-III-Studie gezeigt. Die entsprechenden Daten für Gepotidacin wurden bereits im März 2024 präsentiert. Das Triazaacenaphthylen hemmt zwei Typen der Topoisomerasen. Beide neuen Arzneistoffe sind wirksam gegen N. gonorrhoeae, die bereits gegen die herkömmlichen Antibiotika resistent sind. Bislang stehen sie allerdings noch nicht auf der Liste der zu prüfenden Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur.

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