| Jennifer Evans |
| 27.01.2026 14:00 Uhr |
Enkel hüten, Geist stärken: Zeit mit den Enkeln zu verbringen, hält Großeltern geistig länger fit. / © Adobe Stock/JenkoAtaman
Viele Großeltern kümmern sich regelmäßig um ihre Enkelkinder. Die Betreuung kann ihrer Gesundheit zugutekommen, wie sich in einer Studie um Hauptautorin Flavia Cherecheș von der niederländischen Universität Tilburg zeigte.
Für die Untersuchung wertete das Forschungsteam Fragebögen und kognitive Tests von mehr als 2800 Großeltern aus. Die Probanden in einem Durchschnittsalter von 67 Jahren hatten zwischen 2016 und 2022 an einer englischen Längsschnittstudie zum Altern teilgenommen.
Sie erhielten detaillierte Fragen dazu, wie intensiv sie sich um wie viele Enkel gekümmert hatten. Unter anderem ging es darum zu klären, ob die Betreuung auch Übernachtungen, Hausaufgabenhilfe, Freizeitaktivitäten sowie die Pflege kranker Kinder oder gemeinsame Mahlzeiten beinhaltete.
Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift »Psychology and Aging« erschienen sind, zeigen: Großeltern, die Kinderbetreuung leisteten, schnitten in Tests zur Gedächtnisleistung und Redegewandtheit besser ab als diejenigen, die dies nicht taten. Das traf demnach unabhängig von Alter und Gesundheitszustand der Großeltern sowie der Art und Häufigkeit der Betreuung zu.
Zudem beobachteten die Forschenden, dass Großmütter, die Kinderbetreuung leisteten, im Verlauf der Studie einen geringeren Rückgang in kognitiven Tests verzeichneten als diejenigen, die dies nicht taten. Bei den Großvätern dagegen gab es keine Unterschiede in puncto verbaler Ausdrucksfähigkeit und episodischem Gedächtnis im Vergleich zu jenen, die nie auf ihre Enkel aufpassten.
Die Studienautoren waren nach eigenen Angaben überrascht, dass die Tatsache, überhaupt Enkel zu betreuen, mehr Einfluss auf den Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit hatte als die Intensität und Art der Betreuung. Weitere Studien müssten zeigen, ob es einen Einfluss habe, ob die Betreuung der Enkel freiwillig erfolge oder nicht, heißt es.