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USA
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Zehn Todesfälle durch Rezeptur-Semaglutid

In den USA dürfen Apotheken nicht ausreichend verfügbare Fertigarzneimittel unter Umständen als sogenannte compounded Drugs selbst herstellen. Entsprechende Nachahmerpräparate von Ozempic® und Wegovy® sollen dort für zehn Todesfälle und 100 Hospitalisierungen verantwortlich sein.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 08.11.2024  17:00 Uhr

Die hohe Nachfrage nach dem Antidiabetikum Ozempic und der »Abnehmspritze« Wegovy (beides Semaglutid) führt immer wieder zu Engpässen, so auch in den USA. Dort stehen beide Präparate auf einer Knappheitsliste der Arzneimittelbehörde FDA. Sie dürfen in den Vereinigten Staaten daher unter anderem von sogenannten compounding Pharmacies in Form von compounded Drugs selbst hergestellt werden, um den Bedarf zu decken.

Die Endprodukte werden aber weder durch den Originalhersteller, in diesem Fall Novo Nordisk, noch durch die FDA kontrolliert und bedeuten deshalb immer ein gewisses Sicherheitsrisiko für den Endverbraucher. Zehn Todesfälle und 100 Krankenhausaufnahmen stünden im Zusammenhang mit Ozempic- und Wegovy-Abkömmlingen aus der Rezeptur, teilte Karsten Munk Knudsen, Finanzvorstand von Novo Nordisk, dem Nachrichtensender »CNN« mit. Die Zahlen stammten aus einer Datenbank der FDA, die Meldungen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Patienten und Heilberufler sammelt.

Die betroffenen Präparate seien online und über sogenannte Health Spas und nicht über offizielle Vertriebswege verkauft worden, erklärte Novo-Nordisk-CEO Lars Fruergaard Jørgensen gegenüber dem Nachrichtenportal Reuters. Letzten Monat hatte das Unternehmen die FDA gebeten, Apotheken die Herstellung von Nachahmerprodukten von Wegovy und Ozempic zu verbieten, da diese für eine sichere Herstellung in diesem Setting zu komplex seien.

Mittlerweile sind die Originalpräparate Ozempic und Wegovy in den USA zwar wieder verfügbar, stehen aber aktuell immer noch auf der FDA-Knappheitsliste. Novo Nordisk hofft, dass die beiden Produkte bald gänzlich von der Liste verschwinden, dank ausgebauter Produktionskapazitäten und regelmäßigen Austauschs mit der FDA.

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