Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Mundgesundheit
-
Zahnarztbesuch schon bei Kinderwunsch ratsam

Spätestens während der Schwangerschaft, bestenfalls aber bereits bei einem Kinderwunsch sollten Frauen ihre Mundgesundheit checken lassen, rät die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) Berlin anlässlich des Tags der Zahngesundheit am 25. September. Dieser steht unter dem Motto »Gesund beginnt im Mund – von Anfang an«.
AutorKontaktPZ
Datum 25.09.2024  12:00 Uhr

Mit den hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft geht das Risiko einher, dass sich bereits bestehende Entzündungen in der Mundhöhle, zum Beispiel eine Entzündung des Zahnfleischs (Gingivitis) oder des Zahnhalteapparates (Parodontitis), verschlimmern. Darauf weist die KZV hin und verweist in diesem Zusammenhang auf mögliche Risiken für den Embryo im Mutterleib.

Anzeichen für Gingivitis und Parodontitis könnten etwa ein gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch sowie Zahnfleischbluten sein. Eine Früherkennungsuntersuchung des Zahnfleisches, der sogenannte Parodontale Screening Index (PSI), helfe dabei, den Zustand des Zahnhalteapparates einzuschätzen und bei Verdacht auf eine Parodontitis rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Frühe Therapie reduziert Risiko

»Am besten schon bei Kinderwunsch, spätestens im Frühstadium einer Schwangerschaft, sollte eine Kontrolluntersuchung stattfinden, denn dann lassen sich solche Erkrankungen frühzeitig erkennen und zum richtigen Zeitpunkt behandeln«, sagt die praktizierende Zahnärztin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KZV Berlin, Dr. Jana Lo Scalzo. Je früher eine Therapie eingeleitet werde, desto effizienter lasse sich die Wahrscheinlichkeit von Schwangerschaftskomplikationen reduzieren, führt sie aus.

Bei einer Parodontitis könnten auslösende Bakterien zum Beispiel über die Zahnfleischtasche und die Blutgefäße zum Embryo gelangen. Dadurch steige das Risiko für eine Fehlgeburt oder ein geringes Geburtsgewicht. Die Datenlage dazu sei zwar noch dünn, gewisse Anhaltspunkte aber vorhanden, so Lo Scalzo.

Gesunde Zähne bei Kleinkindern

Ist das Kind erst einmal geboren, kann es bereits mit sechs Monaten eine zahnärztliche Früherkennung in Anspruch nehmen. Schon dann ließen sich Anzeichen einer kariösen Entwicklung, zum Beispiel Zahnbelag (Plaque), eine Entziehung von Mineralien aus dem Zahnschmelz (Demineralisation) oder gar eine Gingivitis erkennen, informiert die KZV. Insgesamt drei Früherkennungsuntersuchungen entfielen auf das Kleinkindalter.

Zusätzlich könnten Eltern für Kinder vom 6. bis zum 33. Lebensmonat eine praktische Anleitung für das tägliche Zähneputzen ihres Kindes erhalten. »Gewöhnt man Kinder von klein auf an ein regelmäßiges, richtiges Zähneputzen, ist das die Basis einer späteren guten Mundhygiene«, hebt Lo Scalzo hervor.

Mehr von Avoxa