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Prognose bis 2050
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Zahl der Diabetiker wird sich weltweit mehr als verdoppeln

Schon jetzt gibt es immer wieder Lieferengpässe bei Diabetes-Medikamenten. In Zukunft werden jedoch weltweit noch deutlich mehr Antidiabetika gebraucht werden, lässt die neueste Prognose erahnen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 06.07.2023  09:00 Uhr

Bis zum Jahr 2050 könnte jeder zehnte Mensch weltweit an Diabetes leiden. Das prognostiziert ein internationales Forscherteam im Rahmen der neuesten »Global Burden of Disease Study« für Diabetes, die vor Kurzem im Fachjournal »The Lancet« erschienen ist.

Diabetes zähle jetzt schon weltweit zu einem der führenden Gründe für frühzeitige Todesfälle und Behinderungen. »Das betrifft Menschen unabhängig von ihrem Land, der Altersgruppe oder de Geschlecht«, schreiben die Epidemiologen. Sie analysierten die Typ-1- und -2-Diabetesfälle aus 204 Ländern und Territorien aus den Jahren 1990 bis 2021 und stellten Hochrechnungen bis ins Jahr 2050 an.

Für 2021 gehen sie von 529 Millionen Diabetikern weltweit aus – 2010 waren es noch 326 Millionen gewesen. Damit lag die Prävalenz zuletzt im Schnitt bei 6,1 Prozent der Bevölkerung. Die höchsten Raten finden sich in Nordafrika und im Mittleren Osten (9,3 Prozent) und Ozeanien (12,3 Prozent). 96 Prozent der Fälle gingen auf Typ-2-Diabetes zurück. Übergewicht ist dabei der größte Risikofaktor, dessen Einfluss in den letzten 30 Jahren stark zugenommen hat.

Laut Modellierung werden im Jahr 2050 dann weltweit 1,3 Milliarden Menschen Diabetes haben – im Schnitt jeder zehnte Erdbewohner. Dabei werden drei von vier Erwachsenen mit Diabetes aus Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen stammen. Auch innerhalb der reicheren Länder öffnet sich die Schere zwischen Minderheiten oder sozial schwachen Gruppen zu den Bessergestellten hier immer weiter.

»Typ-2-Diabetes ist weitgehend vermeidbar und in einigen Fällen potenziell reversibel, wenn er frühzeitig erkannt und behandelt wird«, mahnen die Autoren. Die Prophylaxe und Kontrolle bleibe eine Herausforderung. Gerade die gefährdeten Gruppen müssten stärker berücksichtigt werden.

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