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Zukunft der Apotheken 
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»Wir wollen weg von der Ware und hin zur Dienstleistung«

Am Dienstag wurde auf Einladung von der Gesundheitsplattform Gesund.de über die Zukunft der Apotheken diskutiert. Die Beteiligten waren sich schnell einig, dass die Apotheken in naher Zukunft viele zusätzliche Aufgaben erfüllen werden. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 23.01.2026  16:00 Uhr
»Wir wollen weg von der Ware und hin zur Dienstleistung«

Dem deutschen Gesundheitswesen steht eine historische Transformationsphase bevor. Mit der umstrittenen Apothekenreform und neuen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) soll sich außerdem bald die Rolle der Apotheken verändern. Gesund.de lud daher am Dienstagabend Ina Lucas (Vizepräsidentin der ABDA), Jan Reuter (Apotheker und YouTuber) und Peter Schreiner (CEO von Gesund.de) zu einem Livetalk ein, um über die Zukunft der Apotheken zu sprechen. Die Moderation übernahm die Unternehmerin Inga Bergen.

Für Ina Lucas war klar, dass die geplante Apothekenreform viele Veränderungen bringen wird. »Es ist nicht zu tief gestapelt wenn man sagt, dass 2026 für die Apotheken ein ganz entscheidendes Jahr im Transformationsprozess des Gesundheitswesens sein wird. Mit dem Apothekenreformgesetz bekommen wir neue Aufgaben. Wir sollen Teil der Primärversorgung werden und uns in die Patientenversorgung einbringen«, erklärte die ABDA-Vize. Für die Apotheken sei das eine Chance, die unbedingt genutzt werden müsse.

Jan Reuter: »pDL machen Spaß« 

Für Jan Reuter sind pDL ein Herzensthema. Am Dienstag berichtete er von seinen Erfahrungen. »Es macht so viel Spaß, pharmazeutische Dienstleistungen zu  erbringen, ich mache fast den ganzen Tag nichts anderes. Medichecks sind einer der Gründe, warum ich studiert habe. Wenn du dich eine halbe Stunde mit einem Patienten hinsetzt und ihm Pharmazie erklärst, gibt das später gute Mundpropaganda für die Apotheke. Das ist besser als jede bezahlte Werbung«, schwärmte der Apotheker. 

Die Talkgäste waren sich einig, dass Apotheken auch in der Versorgung von Chronikern viel erreichen können. Peter Schreiner erzählte von seiner Schwester, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet und Quartalsweise in die Arztpraxis muss, um ihr Rezept zu bekommen. »Millionen von Menschen werden in die Arztpraxen getrieben, nur um ihre Karte abzugeben. Das ist doch nicht zeitgemäß. Es wird Zeit, dass sich da etwas verändert«, so der CEO. Es sei daher gut, dass der Gesetzentwurf die Apotheken als zentrales Element in der Chronikerversorgung sehe. 

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