| Alexander Müller |
| 04.02.2026 10:30 Uhr |
Der BVDAK-Vorsitzende Stefan Hartmann fordert ein verbindliches Datum zur Erhöhung des Fixums. / © PZ
BVDAK-Chef Stefan Hartmann hob die positiven Ansätze im Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) hervor. Es gebe viele Aspekte, die die Apotheke weiterentwickeln würden, wie erweiterte Impfangebote oder Tests in Apotheken. Was immer noch fehle, sei die im Koalitionsvertrag versprochene Honorarerhöhung.
Zwar hatte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zuletzt beim PZ-Talk »Alex’ Doppelte Dosis« fest versprochen, dass die Honorarerhöhung auf 9,50 Euro noch kommt, aber Hartmann bleibt skeptisch: »Wir werden hier hingehalten und vertröstet und für dumm verkauft. Denn niemand sagt, wann sie konkret kommt.« Sollte die Politik nicht Wort halten, wäre das ein Wortbruch und würde aus Hartmanns Sicht zur Demokratieverdrossenheit beitragen.
Hartmann ist überzeugt, dass es die Einzelapotheke immer schwerer haben wird, die zahlreichen neuen Aufgaben zu übernehmen. Hier sieht Hartmann naturgemäß die Kooperationen als geeigneten Ansprechpartner. »Das Thema Apotheken-GmbH müssen wir nach vorne bringen.« Es gehe aber nicht um den Fall des Fremdbesitzverbots, betonte Hartmann. Kritiker des Konzepts sehen genau diese Gefahr, dass sich die Kette nicht mehr verhindern lasse, wenn die Rechtsform geöffnet wird.
Apothekerin Clara Hartmann stellte aktuelle Zahlen der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover vor. Laut einer Projektion ist der durchschnittliche Umsatz im Jahr 2025 um 7,3 Prozent auf 4,05 Millionen Euro gestiegen. Das durchschnittliche Betriebsergebnis sei dagegen nur um 1,8 Prozent auf 166.000 Euro gestiegen.
Dabei geht die Schere im Markt laut den Treuhand-Zahlen weiter auseinander, denn der Median liegt bei 138.000 Euro. Und das ertragsschwächste Drittel der Apotheken erwirtschafte nur 24.000 Euro Betriebsergebnis.
Vanessa Conin-Ohnsorge, geschäftsführende Gesellschafterin der IDV, lenkte bei der Eröffnung den Blick auf die wachsende Konkurrenz im Internet. »Die Plattformen gewinnen den Erstzugang zu den Patientinnen und Patienten.« Die Menschen kämen heute oft mit konkretem »Kaufwunsch« in die Apotheke, was Einfluss auf die Dauer des Beratungsgesprächs habe. Die Haftung bleibe aber bei der Apotheke.
»Die Apotheken müssen sehr früh wieder in die Beratung hineinkommen«, so Conin-Ohnsorge. Dazu müsse es einfache digitale Zugänge geben. Und: Die vorliegenden Daten in der Apotheke müssten effizient ausgewertet werden, um bestmöglich beraten zu können. Auf diese Weise wären die Apotheken auch für die Industrie ein wertvoller Ansprechpartner.