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Arbeitspsychologie
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Wie wichtig ist Freude bei der Arbeit?

Muss Arbeit Spaß machen, um erfüllend zu sein? Nein. Freude ist nur eine von mehreren Dimensionen des Arbeitslebens, wie eine Studie zeigt. Auch Sinnhaftigkeit und psychologische Reichhaltigkeit zählen für viele.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 02.02.2026  13:30 Uhr

Das Arbeitsleben ist oft geprägt von Durchhalteparolen: »Noch drei Tage bis zum Wochenende«, »Bald habe ich endlich Urlaub«. Geht das nicht auch anders? Der Frage, ob Erwerbsarbeit Spaß und Freude machen muss, ist Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologe an der Universität Leipzig, in seiner Forschung nachgegangen.

»Ich glaube, die Erwerbsarbeit muss nicht unbedingt Spaß machen«, sagt er. Für viele ist es aber durchaus erstrebenswert. In einer Studie mit einer repräsentativen Stichprobe an Erwerbstätigen stellten Zacher und sein Team die Frage: Wenn Sie sich für ein Arbeitsleben entscheiden müssten, welches würden Sie dann wählen? Zur Auswahl standen drei Optionen: das freudige Arbeitsleben, das sinnhafte Arbeitsleben oder das interessante, psychologisch-reichhaltige Arbeitsleben.

Ungefähr die Hälfte gab an, dass sie sich das freudige, spaßige Arbeitsleben heraussuchen würde. Ein Viertel wollte lieber Sinnhaftigkeit bei der Arbeit erleben, also etwas Bedeutsames tun. Ein weiteres Viertel wollte, dass die eigene Arbeit psychologisch reichhaltig ist, also interessant und abwechslungsreich ist und neue Perspektiven eröffnet. Die Ergebnisse sind im Fachblatt »The Journal of Positive Psychology« veröffentlicht.

»Also die Hälfte der Beschäftigten wünscht sich Spaß bei der Arbeit«, so der Arbeitspsychologe. Für die andere Hälfte sei das »sicherlich auch etwas Schönes, aber es ist nicht die absolute Priorität.« Kann man aber überall Spaß bei der Arbeit finden, unabhängig vom Job? »Als Arbeitspsychologe würde ich sagen: Ja, das kann ein Ziel sein.« Und zwar unabhängig davon, um welchen Job es geht oder was die genauen Aufgabeninhalte sind – von der Supermarktkasse bis zum Büro.

Aufgaben und Interessen abgleichen

Dafür gibt es verschiedene Stellschrauben. Zum einen könne der Arbeitgeber versuchen, die Arbeit so umzugestalten, dass wieder mehr Spaß entsteht. Etwa, indem er Austausch möglich macht und fördert oder Aufgaben mit den Interessen der Beschäftigten in Einklang bringt.

Gleichzeitig können Beschäftigte auch eigeninitiativ etwas bewegen. »Sie können schauen, wie sie Spaß in die Arbeit reinbringen, indem sie zum Beispiel mit ihren Kolleginnen und Kollegen oder auch mit sich selbst kleine Wettbewerbe veranstalten«, so Zacher.

Jeder Arbeitnehmer kann aber auch selbst etwas für die Freude im Job tun. Laut dem Arbeitspsychologen zählt vor allem Offenheit und »die Einstellung, dass Arbeit auch Spaß machen kann und darf«. Gibt es Momente, die ich mit Humor nehmen kann? Momente, in denen ich Witze machen kann? Gibt es Gelegenheiten, den Spaß an einer Aufgabe selbst zu finden, indem man seine Einstellung zu ihr verändert?

Beschäftigte können auch überlegen, ob sie bestimmte Tätigkeiten in anderer Reihenfolge oder mit jemandem zusammen erledigen können, den sie bei der Arbeit gerne mögen. »Leute, die Spaßverderber oder sogar toxisch sind, sollte man hingegen bei der Arbeit eher vermeiden«, so Zacher.

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