Brandopfer können können 10 bis 20 Liter Flüssigkeit in den ersten 24 Stunden brauchen. Zum Einsatz kommen vor allem Elektrolytlösungen auf Wasserbasis, bei Bedarf ergänzt durch Blutkonserven, Blutplasma und Eiweißpräparate. / © Adobe Stock/Pitchy
»Das Wichtigste in den ersten ein, zwei Tagen ist, dass man die Patienten intensivmedizinisch stabilisiert«, sagte Professor Dr- Gabriel Hundeshagen von der BG Klinik Ludwigshafen der Deutschen Presse-Agentur. Dort werden zwei schwer verletzte Menschen aus der Schweiz derzeit behandelt. Die Betroffenen benötigten große Mengen Flüssigkeit, teils kreislaufunterstützende Medikamente sowie Blutprodukte.
Die Diagnostik und Erstversorgung sei in der Schweiz sehr professionell erfolgt, betonte er. Auch wenn dort teilweise keine spezialisierte Verbrennungschirurgie vorhanden sei, seien die Patienten zügig und gut vorbehandelt verlegt worden. Sie seien ausreichend sediert und stabil angekommen.
Besonders entscheidend sei die Kreislaufstabilisierung in den ersten 24 Stunden. Dabei würden teils sehr hohe Flüssigkeitsmengen verabreicht. »Das können 10 bis sogar 20 Liter Flüssigkeit in den ersten 24 Stunden sein«, erklärte Hundeshagen. Nur so könnten schwer brandverletzte Patienten mit Rauchgasverletzungen überhaupt weiter behandelt werden. Zum Einsatz kämen vor allem Elektrolytlösungen auf Wasserbasis, bei Bedarf ergänzt durch Blutkonserven, Blutplasma und Eiweißpräparate. Diese Phase habe noch nichts mit der eigentlichen chirurgischen Versorgung zu tun.
Bei sehr tiefgehenden, ringförmigen Verbrennungen an Armen oder Beinen könnten sogenannte Entlastungsschnitte notwendig werden. Durch den festen Verbrennungsschorf entstehe bei Flüssigkeitsgabe ein hoher Druck, der ohne Entlastung Blutgefäße, Nerven oder Muskeln schädigen könne. Im schlimmsten Fall drohe der Verlust von Gliedmaßen.
Bei Verbrennungen von 40, 50 oder bis zu 80 Prozent funktioniere zudem der Wärmehaushalt des Körpers nicht mehr. Die Patienten seien extrem gefährdet durch Unterkühlung, die lebensbedrohlich sein könne. Deshalb fänden viele Behandlungen in auf bis zu 40 Grad aufgeheizten Räumen statt.