Für die Partnerschaft gilt: Veränderungen offen anzusprechen, etwa mit Sätzen wie: »Ich bin schneller gereizt, das liegt an meiner Situation, nicht an dir.« Oder gemeinsame Rituale pflegen und Intimität neu definieren, wobei letzteres bedeutet: Druck herausnehmen und Zärtlichkeit sowie emotionale Nähe in den Vordergrund stellen. Auch in der Care-Arbeit: Unterstützung einfordern, also Partner, Kinder oder Angehörige aktiv einbeziehen, externe Hilfe prüfen, Perfektionismus loslassen, ein »Gut genug« akzeptieren.
Und um innere Stärke in den Wechseljahren zu finden, hilft alles, was die Stimmung stabilisiert und die eigene Resilienz, also die psychische Widerstandskraft, fördert. Zum Beispiel: »regelmäßige moderate Bewegung, gute Schlafhygiene, Achtsamkeit und Stressabbau durch Meditation, Atemübungen oder Journaling. Auch der Austausch mit anderen Frauen in einer ähnlichen Lebensphase wirkt oft enorm entlastend«, sagt die Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau.
Die Wechseljahre lassen sich nicht verhindern, aber sie lassen sich gestalten. Wer sie als Übergang begreift, darf neu sortieren, Grenzen ziehen und eigene Bedürfnisse ernster nehmen. Nun darf etwas beginnen, das vielleicht oft zu kurz kam: ein Leben mit mehr Selbstbestimmung, Gelassenheit und innerer Stärke.