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Was tun bei Frostbeulen und Erfrierungen?

Finger, Nase, Ohren: Sind sie stundenlang ohne Schutz Minusgraden ausgesetzt, drohen Erfrierungen – vor allem bei Wind. Was sind die Warnzeichen, was ist beim Aufwärmen wichtig und wie werden Erfrierungen medikamentös behandelt?
AutorKontaktdpa
Datum 09.01.2026  18:30 Uhr

Was sind Anzeichen für eine Erfrierung?

Mal ohne Handschuhe eine Schneeballschlacht gemacht? Dann kennen Sie die frühen Stadien einer Erfrierung. Die Finger werden eiskalt, kribbeln und stechen leicht, die Haut färbt sich rot. »Anfangs ist sie nämlich noch vermehrt durchblutet. Doch dann machen die Blutgefäße zu, dann wird die Haut in der Regel blass. Und man merkt, dass man die Finger weniger gut bewegen kann«, erklärt der Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive, Hand- und Verbrennungschirurgie.

Wer sich jetzt nicht aufwärmt, riskiert, dass die Erfrierung fortschreitet. Dann kommt es zu Taubheitsgefühlen. Die Haut bleibt weiß, weil ihr das Blut fehlt. Dann ist die Frage: Kann sich das Gewebe wieder erholen oder nimmt es dauerhaft Schaden?

Was ist beim Aufwärmen wichtig – und was lässt man besser?

Durch Reibung entsteht doch Wärme, oder? Stimmt zwar – und dennoch ist das Reiben der betroffenen Körperstellen keine gute Idee. »Das kann das Gewebe noch mehr schädigen«, warnt Niclas Broer. Die unterkühlte Hand etwa gehört jetzt auch nicht unter heißes Wasser oder an die voll aufgedrehte Heizung. Besser: die erfrorenen Körperstellen langsam bei Raumtemperatur wieder aufwärmen lassen.

Gut zu wissen: Bei leichteren Erfrierungen können andere ihre eigene Körperwärme spenden, also den betroffenen Körperteil beispielsweise in Achselhöhle wärmen, so Bernd Böttiger. Erfrierungen im Gesicht lassen sich mit den Händen wärmen.

Körperteile, die bereits hartgefroren sind, sollte man allerdings auf keinen Fall bewegen. Jede Erschütterung kann weitere Schäden bedeuten. Besser: Den Notruf wählen, die Erfrierung locker mit einem sauberen Verbandstuch bedecken und abwarten, bis die Profis übernehmen.

Wie werden Erfrierungen vom Arzt behandelt?

Generell gilt: lieber einmal zu oft als zu selten einen Arzt oder eine Ärztin draufschauen lassen. Bei folgenden Anzeichen rät Niclas Broer sogar dazu, das Krankenhaus aufzusuchen:

  • wenn Blasen zu sehen sind
  • wenn man die Finger auch Stunden nach dem Aufwärmen nicht wieder richtig spürt und/oder die Haut blass bleibt

Es gibt Möglichkeiten, Erfrierungen zu behandeln. Zum Einsatz kommen beispielsweise Medikamente, die die Gefäße weiten und damit die Durchblutung des Gewebes verbessern. Auch entzündungshemmende Wirkstoffe wie Ibuprofen können bei der Behandlung von Erfrierungen helfen. »Das muss aber kontrolliert ablaufen, daher sollte man das den Profis überlassen«, so Broer.

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