Besonders wenn es windig ist, kann es zu Erfrierungen an Hände, Ohren oder Nase kommen. / © Getty Images/Guido Mieth
Unser Körper besteht zum Großteil aus Wasser. Auch dieses Wasser kann in einer eisig kalten Umgebung mit der Zeit gefrieren, zum Beispiel in den Fingern oder in der Nase. »In den Zellen und im Raum zwischen den Zellen bilden sich dann Eiskristalle«, erklärt Professor Niclas Broer, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie an der München Klinik. Die Eiskristalle können die Zellen zerstören und schlimmstenfalls Gewebe absterben lassen.
Betroffen ist zunächst die Haut, doch auch das darunterliegende Fett- und Muskelgewebe kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Anfällig für Erfrierungen sind Körperteile, die die vergleichsweise schlecht durchblutet sind und die auch an klirrend kalten Tagen gern mal frei liegen. Dazu zählen etwa Hände, Ohren oder die Nase. Sind sie über Stunden ungeschützt Minustemperaturen ausgesetzt, kann es kritisch werden, vor allem, wenn Wind dazukommt. Bläst ein Luftzug über die Haut, nimmt er die Wärme mit, die uns umgibt.
Eine Erfrierung betrifft nur einzelne Körperstellen, eine Unterkühlung hingegen das ganze System. Denn dabei sinkt die Körperkerntemperatur gefährlich ab – ein Notfall, denn nach und nach stellen die Organe ihre Arbeit ein, ein Kreislaufstillstand droht. Daher sollte man bei Verdacht auf eine Unterkühlung sofort den Notruf 112 wählen.
Doch woran erkennt man eine Unterkühlung? DRK-Bundesarzt Prof. Bernd Böttiger zufolge gibt es diese Anzeichen:
Erfrierungen und Unterkühlungen können Hand in Hand gehen, aber auch jeweils einzeln auftreten.
Mütze, Handschuhe, dicke Socken: Wer sich bei eisigen Temperaturen nach draußen begibt, sollte sich warm genug einpacken. Wichtig dabei: »Die Kleidung sollte nicht zu eng sein, damit nichts abgeschnürt wird. Das schränkt nämlich die Durchblutung ein und erhöht dementsprechend auch das Risiko für Erfrierungen«, sagt Niclas Broer. Wenn möglich, sollte man sich zwischendurch aufwärmen.