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Arztbesuch vorbereiten
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Was können Patienten selbst für eine sichere Diagnose tun?

Der heutige Welttag der Patientensicherheit steht unter dem Motto »Sichere Diagnose. Richtige Behandlung. Gemeinsam für Diagnosesicherheit«. Die Diagnose ist natürlich Sache des Arztes. Doch Patienten können mithelfen, indem sie sich gut auf das Gespräch vorbereiten.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 17.09.2024  11:32 Uhr

Sie schafft Klarheit über gesundheitliche Probleme und ist Startpunkt für eine Behandlung, die hoffentlich Besserung bringt: eine Diagnose. Doch es sollte auch die richtige sein. Denn passieren dabei Fehler, zögert das eine wirksame Therapie heraus. Zum Beispiel, wenn Arzt oder Ärztin bei chronischer Müdigkeit eine Depression diagnostiziert, obwohl dahinter eine Unterfunktion der Schilddrüse steckt. Als Patient oder Patientin kann man aber einiges dafür tun, um zu einer sicheren Diagnose beizutragen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit gibt Tipps, wie man sich gut auf so einen Arzttermin vorbereiten kann.

Die Zeit im Sprechzimmer ist oft knapp bemessen. Daher gilt: Je präziser und vollständiger die Informationen sind, die der Patient gibt, desto besser können Ärzte damit arbeiten. Dazu gehören erst einmal Informationen zur Krankengeschichte, wozu neben Erkrankungen auch Allergien oder vorangegangene Operationen zählen. Auch eine Auflistung von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln trägt zu einem vollständigen Bild bei. Ebenso: Informationen zum Lebensstil. Wenn man raucht, regelmäßig Alkohol trinkt oder besondere Ernährungsgewohnheiten hat, sollte man das nicht verschweigen.

Auch die Symptome sollte man so präzise wie möglich beschreiben, so das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Am besten notiert man sich vor dem Arzttermin in Ruhe, wann die Beschwerden begonnen haben, ob und wie sich ihre Intensität im Laufe der Zeit verändert hat und ob bestimmte Aktivitäten oder Umstände sie beeinflussen.

Die Patienten sollten möglichst kooperieren, um Informationen zu sammeln, Tests durchzuführen und Behandlungsoptionen zu besprechen. »Teilen Sie Bedenken oder Zweifel, die Sie haben, und beteiligen Sie sich aktiv an Entscheidungen zu Ihrer Behandlung«, fordert das Aktionsbündnis auf.

Die Diagnose steht – und jetzt?

Der Arzt stellt eine Diagnose, nutzt dabei vielleicht Fachbegriffe, die dem Patienten gar nichts sagen? Dann gilt: keine Scheu, nachzufragen. Das kann Missverständnisse ausräumen, so das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Um ein klares Bild davon zu bekommen, wie es nun weitergeht, kann man folgende Fragen stellen, die die Stiftung Gesundheitswissen vorschlägt:

  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  • Was sind die Vor- und Nachteile dieser Möglichkeiten?
  • Wie wahrscheinlich sind die jeweiligen Vor- oder Nachteile?
  • Was kann man selbst tun?
  • Was passiert, wenn man nichts tut?

Hat man Zweifel, ob die Diagnose die richtige oder die vorgeschlagene Behandlung sinnvoll ist, gibt es die Option, eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt oder einer anderen Ärztin einzuholen.

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Depression

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