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Schwangerschaft
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Was geht sportlich – und was nicht?

Sport mit Babybauch ist nicht nur möglich, sondern auch gesund. Manche Sportarten sollten Schwangere jedoch pausieren – und Untrainierte sollten sanft einsteigen. Ein Überblick für werdende Mütter.
Datum 16.02.2026  07:00 Uhr

Welche Sportarten eignen sich gut in der Schwangerschaft?

Steigen Frauen erst in der Schwangerschaft ein, bieten sich sanfte Sportarten an. Das sind vor allem Schwimmen, Yoga oder Gymnastik. Zu diesen oder ähnlichen Sportarten werden oft auch spezielle Kurse für Schwangere angeboten, an deren Kosten sich bei den entsprechenden Voraussetzungen auch die Krankenkassen beteiligen.

Ob Joggen, leichtes Krafttraining oder Radfahren: Hat eine Frau schon vor der Schwangerschaft Sport getrieben, kann sie mit ihrem Training in der Regel weitermachen. »Wichtig ist, dass die Intensität im Verlauf der Schwangerschaft an das individuelle Wohlbefinden angepasst wird«, sagt Facharzt Doubek.

Auf welche Sportarten sollten Schwangere besser verzichten?

Manche Sportarten vertragen sich mit einer Schwangerschaft nicht so gut. »Verzichtet werden sollte auf alle Aktivitäten mit erhöhtem Sturz- oder Verletzungsrisiko, wie Reiten, Skifahren, Snowboarden, Squash«, sagt der Gynäkologe. Riskant sind auch Sportarten mit Körperkontakt oder möglichen Stößen gegen den Bauch, etwa Fußball oder Kampfsport. »Auch schweres Krafttraining mit Pressatmung sollte vermieden werden, um Kreislaufbelastungen und Druckerhöhungen im Bauchraum zu vermeiden«, sagt Doubek.

Isoliertes Training der geraden Bauchmuskeln sollten Schwangere meiden, aber sanft trainiert werden dürfen sie durchaus. »Statt Crunches oder Sit-ups zu machen, kann man etwa im Vierfüßlerstand den Bauchnabel nach innen ziehen«, rät Marion Sulprizio.

Beim  Sport in den Bergen sollte Schwangere Höhen über 2500 Meter meiden. »Der Sauerstoffmangel ist ab einer bestimmten Höhe zu groß«, sagt die Expertin. Gleiches gelte für die Tiefe, etwa beim Tauchen. Schnorcheln geht dagegen.

Wie intensiv darf der Sport sein?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie alt ist die Frau, wie fit ist sie, hat sie vor der Schwangerschaft schon Sport gemacht oder nicht? »Jüngere Schwangere dürfen laut aktuellen Empfehlungen durchaus einen Puls bis 155 beim Sport erreichen«, nennt Marion Sulprizio als Beispiel. »Frauen über 40 sollten besser unter 140 bleiben.«

Internationale Leitlinien empfehlen Schwangeren als Richtwert mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, sagt Verbandspräsident Doubek. Am besten teilt man sich diese Zeit auf in tägliche Einheiten von 20 bis 30 Minuten. »Moderat bedeutet: Man sollte sich beim Training noch unterhalten können, ohne außer Atem zu geraten«, erklärt der Gynäkologe. »Dieser sogenannte Talk-Test ist ein guter Gradmesser.«

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