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Pro Generika
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Warum das ALBVVG nur ein Anfang ist

Die mit dem Lieferengpassgesetz (ALBVVG) auf den Weg gebrachten Maßnahmen gegen Arzneimittellieferengpässe sind ein Anfang – aber auch nicht mehr. Schon gar nicht könnten sie die Versorgung in diesem Herbst sichern, prognostizierte Ingrid Blumenthal, Vize-Vorstandsvorsitzende von Pro Generika, bei der Expopharm-Eröffnung in Düsseldorf.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 27.09.2023  13:20 Uhr
Bei welchen Arzneimitteln wollen wir unabhängig sein?

Bei welchen Arzneimitteln wollen wir unabhängig sein?

Überfällig sei zudem, dass in Rabattverträgen über Antibiotika nunmehr auf mehr Diversifizierung bei der Wirkstoffherstellung geachtet werde, so Blumenthal weiter. »Wir sind bei Antibiotika in eine ganz gefährliche Abhängigkeit von Ländern wie China und Indien geraten.« So sehe es allerdings auch bei anderen Wirkstoffen aus. Egal ob Blutdrucksenker, Diabetesmittel oder Schmerzmittel – oft hänge die Versorgung von einem einzigen Hersteller ab und von Wirkstoffanbietern, die in einer einzigen Weltregion sitzen. »Das müssen wir ändern. Und deshalb muss es auch hier eine verpflichtende Diversifizierung geben«, forderte Blumenthal.

Die Politik müsse bestimmen, »bei welchen Arzneimitteln wir in Europa unabhängig sein wollen«. Wertvolle Zeit seit bereits verstrichen, weil diese Ansage bislang fehle. Zudem habe die Politik offenbar noch nicht realisiert, dass das ALBVVG ein Anfang sei, aber auch nicht mehr. Bis dahin »müssen wir weitermachen«, so Blumenthal. »Denn von Ihnen, den Apothekerinnen und Apothekern, und uns, den Herstellern, wird es abhängen, ob die Menschen in Deutschland gut durch den Winter kommen.«

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