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Ixchiq
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Warnung für Chikungunya-Impfstoff wird ausgeweitet

Nach einer Impfung mit dem Chikungunya-Lebendimpfstoff Ixchiq® kann es zu einer aseptischen Hirnhautentzündung kommen. Die Produktinformationen sollen nun einen neuen Warnhinweis erhalten.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 13.03.2026  15:00 Uhr

Der Pharmakovigilanzausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat eine Risikobewertung des Impfstoffs Ixchiq abgeschlossen. Auslöser war ein berichteter Fall einer aseptischen Meningitis bei einem gesunden jungen Erwachsenen nach dem Erhalt einer Ixchiq-Impfung. Eine aseptische Meningitis ist eine Hirnhautentzündung ohne Nachweis von Bakterien.

Zwar ist die aseptische Meningitis in den Produktinformationen von Ixchiq genau wie Enzephalopathie und Enzephalitis bereits als mögliche Nebenwirkung unbekannter Häufigkeit aufgeführt. Aktualisiert werden soll nun aber, dass solche Nebenwirkungen auch bei jüngeren Personen auftreten können. Bislang betrafen die meisten Fälle Menschen ab 65 Jahren oder mit mehreren, langjährigen Erkrankungen.

Symptome einer Hirnhautentzündung umfassen Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Fieber, Kopfschmerzen, epileptische Anfälle und Nackensteifheit. Wer solche Anzeichen bei sich nach einer Ixchiq-Impfung feststellt, solle umgehend einen Arzt aufsuchen, empfiehlt die EMA. Die Behörde behält den Lebendimpfstoff gegen Chickungunya weiter im Blick. Im Juni soll ein regulärer Bewertungsbericht vorliegen.

Zugelassen ist Ixchiq für Personen ab zwölf Jahren. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Chikungunya-Impfung für Personen ab zwölf Jahren, »die in ein Gebiet reisen, für das ein aktuelles Chikungunya-Ausbruchsgeschehen bekannt ist oder die einen längeren Aufenthalt (> 4 Wochen) oder wiederholte Kurzzeitaufenthalte in ein Chikungunya-Endemiegebiet planen, wenn zusätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung oder einen schweren Verlauf der Erkrankung besteht (zum Beispiel ab einem Alter von 60 Jahren oder bei einer schweren internistischen Grunderkrankung)«. Auch bei möglicher beruflicher Exposition, zum Beispiel Laborarbeit, gilt die Impfempfehlung.

Alternativ steht der Totimpfstoff Vimkunya® gegen Chikungunya zur Verfügung, der mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird und aus virusähnlichen Partikeln (VLP) besteht.

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