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Kinder und KI-Freunde
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Warnsignale für Eltern

Chatbots hören zu, urteilen nicht und sind jederzeit verfügbar – für viele Kinder werden sie zu digitalen Vertrauten. Doch was bedeutet diese emotionale Nähe zu KI für die soziale Entwicklung und Beziehungsfähigkeit?
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 10.02.2026  10:30 Uhr

Chatbots sind für viele Kinder und Jugendliche mittlerweile tägliche Begleiter. Sie unterstützen zum Beispiel bei den Hausaufgaben oder beim Lernen. Manchmal geht die Beziehung zwischen Kind und KI aber deutlich tiefer. Da wird der Chatbot zum Vertrauten, spendet Trost in schwierigen Lebenslagen, gibt Ratschläge, ohne zu urteilen – und ist einfach immer da.

Wenn Künstliche Intelligenz so zum digitalen »Freund« wird, sollten Eltern genauer hinschauen. Darauf macht die Medienkompetenz-Initiative »Flimmo« anlässlich des Safer Internet Day 2026 aufmerksam. »Es ist wichtig, Kindern zu vermitteln: Hinter vermeintlicher Nähe steckt nur ein Programm. Echte Gefühle und der Austausch mit anderen Menschen sind nicht ersetzbar«, so Thorsten Schmiege, Präsident der für »Flimmo« hauptverantwortlichen Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM).

Problematisch wird die vermeintliche Freundschaft der Initiative zufolge dann, wenn Kinder erleben, dass Gespräche mit echten Menschen anstrengender sind als mit einem Chatbot. Es bestehe die Gefahr, dass sie die KI bevorzugen. Darunter können auf lange Sicht auch Kompetenzen wie Konfliktlösung, kritisches Denken und der Umgang mit anderen Meinungen leiden. Auch eine emotionale Abhängigkeit sei möglich, so die Experten von »Flimmo«.

Was sollten Eltern wissen?

Datenschutz und Sicherheit sind ebenfalls kritische Punkte: Persönliche Informationen, die Kinder und Jugendliche mit Chatbots teilen, können weitergegeben werden. Und: Im schlimmsten Fall geben KI-Chatbots problematische oder gefährliche Ratschläge – etwa im Zusammenhang mit Essstörungen und anderen psychischen Erkrankungen.

»Flimmo« empfiehlt drei Ansatzpunkte für Eltern:

Erklären: Wie funktioniert KI? Das sollten Eltern ihren Kindern verständlich machen. Wichtig sei, darauf einzugehen, dass Chatbots keine Gefühle und kein echtes Verständnis haben und Antworten durch Berechnungen entstehen – nicht durch Mitgefühl.

Echte Beziehungen pflegen: Eltern sollten ihren Kindern vermitteln, dass Freundschaften und soziale Kontakte unersetzbar sind. Und zwar in allen Facetten: Dazu gehören eben auch Auseinandersetzungen, Enttäuschungen und Versöhnung.

Im Gespräch bleiben: Eltern sollten sich Zeit für ihre Kinder nehmen und aufmerksam zuhören. »Wenn Kinder sich gesehen und ernst genommen fühlen, verlieren digitale 'Zuhörer' an Bedeutung«, heißt es von der Initiative.

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