| Alexander Müller |
| 11.02.2026 13:18 Uhr |
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben und hat dabei auch die anhaltenden E-Rezept-Ausfälle im Blick. / © PZ
Im Ministerium stellte Warken heute ihre »Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege« vor. Eine der drei zentralen Säulen ist die »Verlässlichkeit der technischen Systeme«. Warken verwies auf die Probleme beim Abruf von E-Rezepten.
Derzeit könnten Ausfälle einzelner Komponenten zu Störungen in anderen Komponenten führen. Daher will Warken die Gematik in der Telematikinfrastruktur (TI) stärken: »Wir wollen klarere Vorgaben, mehr Durchgriffsrechte gerade auch im Hinblick auf die Betreiber von Diensten«, so Warken.
»Vieles hat mit einer gewissen Instabilität der TI zu tun«, so Warken. Die Situation sei nicht »drastisch«, in der Praxis aber immer wieder »ärgerlich«. Als Grund wurde laut der Ministerin das Zusammenspiel zahlreicher Komponenten ausgemacht. Deren Zahl soll reduziert werden, so das Ziel des BMG.
Als weiteres zentrales Handlungsfeld in ihrer Digitalisierungsstrategie nannte Warken die Ausweitung der elektronischen Patientenakte (ePA). Bislang profitierten vor allem Menschen mit einer Krankheitsgeschichte. »Wir wollen die aktive Nutzung der ePA für alle«, so Warken. Es soll »weitere Anwendungen mit konkretem Mehrwert« geben, die Ministerin nannte beispielhaft Erinnerungen für Vorsorgetermine oder elektronische Überweisungen.
Insgesamt will das BMG die digitalen Versorgungsprozesse verbessern, in der Dokumentation und in Verwaltungsprozessen, aber auch in der Behandlung. Einen Schwerpunkt sollen dabei auch Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) bilden. Solche Innovationen sollen laut Warken in konkreten Testumgebungen und unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben erprobt werden.
Die dritte Säule der Digitalisierungsstrategie ist die systematische Nutzung von Gesundheitsdaten. Dazu soll das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) an den neuen Europäisches Gesundheitsdatenraum (EHDS) angebunden werden. Die Anbindungsfähigkeit ist das Ziel.
Künftig sollen laut Warken nicht nur Abrechnungsdaten, sondern auch Behandlungsdaten ins Forschungsdatenzentrum überführt werden. Bis zum Jahresende sollen mindestens 300 Forschungsvorhaben unter Nutzung von Daten aus dem FDZ durchgeführt oder initiiert werden.
Digitalisierung könne zu mehr Qualität und Effizienz in der Versorgung führen, das Personal entlasten und so mehr Zeit für die Versorgung schaffen. Sie könne bei der Navigation und Steuerung durch das Gesundheitswesen helfen, und die Forschung durch Datenverfügbarkeit und -verarbeitung unterstützen.
Das Papier-Rezept ist ein Auslaufmodell. Mit dem E-Rezept sollen alle Arzneimittel-Verordnungen über die Telematikinfrastruktur abgewickelt werden. Wir berichten über alle Entwicklungen bei der Einführung des E-Rezeptes. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite E-Rezept.