Gesundheitsministerin Nina Warken muss für ihre Apothekenreform viel Kritik einstecken. / © Imago/Bernd Elmenthaler
Am Donnerstagabend fand der Neujahrsempfang der Ärzteschaft in Berlin statt. Teilnehmern zufolge wurde dabei erneut scharfe Kritik an der geplanten Apothekenreform und den darin vorgesehenen neuen Befugnissen für Apothekerinnen und Apotheker geübt.
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, warnte in seiner Rede, dass die Apothekenreform Kompetenzen und Zuständigkeiten vermische. »Das lehnen wir ab. Und eine Primärversorgung, die einer Laienmedizin ähnelt, lehnen wir auch ab«, so zitiert der Ärztenachrichtendienst (änd) den KBV-Chef.
Doch Gesundheitsministerin Nina Warken verteidigte ihre Reformideen gegen die Kritik der Ärzte. »Die geplanten Regelungen – das Impfangebot, aber auch die Abgabe von verschreibungspflichtigen Medikamenten zu erlauben – fechten den ärztlichen Berufsstand nicht an«, sagte Warken laut änd. Niemand wolle die Kompetenzen und Zuständigkeiten der Heilberufe bis zur Unkenntlichkeit verwischen. Stattdessen gehe es darum, die Aufgaben in der Gesundheitsversorgung auf mehrere Schultern zu verteilen.
Die Ärzteschaft läuft seit Monaten Sturm gegen die geplante Apothenreform. Unmittelbar nachdem Warken die Eckpunkte ihres Vorhabens auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf vorgestellt hatte, veröffentlichten mehrere große Ärzteorganisationen einen gemeinsamen offenen Brief. In diesem äußerten sie unter anderem die Befürchtung, dass die neuen Befugnisse für Apotheken die Sicherheit der Patienten gefährden. Später forderten Ärztevertreter als Reaktion auf die Reform sogar ein Dispensierrecht für Medizinerinnen und Mediziner.