| Cornelia Dölger |
| 20.01.2026 18:26 Uhr |
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU, Archivbild)) betonte in Davos, dass die geopolitische Entwicklungen »entschlossenes Handeln« erforderten. / © Imago/Jürgen Heinrich
Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen ist das Motto des diesjährigen Treffens bezeichnend: »A Spirit of Dialogue«. Im schweizerischen Davos kommen derzeit politische Spitzen, Wirtschaftsführer und Fachleute aus aller Welt zusammen. Das Treffen wurde am Montagabend eröffnet, das offizielle Programm begann am heutigen Dienstag.
Erwartet werden mehr als 3000 Teilnehmende, mehr als 60 Regierungschefs sind vor Ort, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Aus seinem Kabinett nimmt auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) teil. Sie betonte in einer Mitteilung, dass geopolitische Entwicklungen »unser entschlossenes Handeln« erforderten. Gleichzeitig brauche es Antworten auf Herausforderungen wie den demografischen Wandel und Fachkräftemangel. Hier sei Deutschland mit Reformen in der Primär- und Notfallversorgung auf dem Weg »zu einem resilienten und effizienten Gesundheitssystem«.
Es gelte, das Gesundheitssystem besser auf Krisenszenarien vorbereiten. »Wir wissen: Investitionen in die Gesundheit sind Investitionen in gesellschaftliche Stabilität und wirtschaftlichen Wohlstand«, so Warken.
Die Ministerin nahm an einer Podiumsdiskussion um globale Gesundheitsinvestitionen teil und traf anschließend auch WHO-Generaldirektor Tedros sowie Vertreter der Pharmabranche. Bilateralen Alleingängen erteilte Warken eine Absage. Vielmehr gehe es um Multilateralismus und die Schlüsselrolle der WHO zur internationalen Verständigung. Mit dem WHO-Generaldirektor sprach sie etwa über Maßnahmen gegen Antibiotikaresistenzen und die Frage, wie der Pharmastandort Deutschland gestärkt werden könnte. Thema war demnach auch der Pharma- und Medizintechnikdialog.
Mit der bislang größten Delegation in der Geschichte hatte sich US-Präsident Donald Trump angekündigt; die riesige Entourage von angeblich mehr als 300 Mitarbeitenden wird als Machtdemonstration gewertet. Es ist Trumps dritter Besuch in Davos, er wird am Mittwoch erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass er die Bühne nutzen wird, um die neue, aggressive Strategie der USA in politischen und Handelsbeziehungen zu forcieren. Nach aktuellem Stand sind Treffen zwischen Trump und anderen Staats- und Regierungschefs zu jüngsten Ideen der US-Administration geplant, aus militärtaktischen Gründen Grönland zu annektieren.