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Mehr als 150 Arzneimittel
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Walmart bezahlt für Medikamente von Mitarbeitenden

Walmart plant laut Medienberichten, ab 2027 die Kosten für mehr als 250 verschreibungspflichtige Medikamente, darunter bestimmte Insulinpräparate, Inhalatoren sowie GLP-1-Medikamente zur Diabetes-Behandlung, für seine Beschäftigten vollständig zu übernehmen.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 20.10.2026  16:20 Uhr

Der Einzelhandelskonzern Walmart ist der größte private Arbeitgeber in den USA. Zum Ende des Geschäftsjahres 2026 beschäftigte das US-amerikanische Unternehmen weltweit rund 2,1 Millionen Mitarbeiter, davon etwa 1,6 Millionen in den USA.

Wie aus einem Schreiben von Donna Morris, der bei Walmart für Personalfragen zuständigen Führungskraft, an die Belegschaft hervorgeht, will das Unternehmen die Kosten für mehr als 250 verschreibungspflichtige Medikamente für seine Beschäftigten in den USA vollständig übernehmen. Der überarbeitete Versorgungsplan sieht vor, dass Walmart sowohl Generika als auch bestimmte Arzneimittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Migräne, Demenz übernimmt sowie Inhalatoren und Insulin. Die Kostenübernahme für GLP-1-Präparate von Novo Nordisk und Eli Lilly zum Zweck der Gewichtsabnahme ist jedoch ausgeschlossen. Geprüft werde, ob das Medikament medizinisch notwendig ist. 

Zudem sollen in Zukunft die Kosten für Konsultationen bei bestimmten Krebsspezialisten übernommen werden. Ab dem kommenden Jahr können Beschäftigte, die über die meisten der angebotenen Versicherungspläne versichert sind, diese Leistung zudem nutzen, um bei seltenen Erkrankungen, etwa ALS, Multipler Sklerose oder Parkinson, eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen.

Medikamente für viele nicht erschwinglich

Die hohen Medikamentenpreise in den USA stellen für Millionen von Menschen ein erhebliches existenzielles Problem dar. Da in den USA anders als in vielen europäischen Ländern eine zentrale staatliche Regulierung der Arzneimittelpreise weitgehend fehlt, liegen die Preise patentgeschützter Markenmedikamente dort im Durchschnitt bei mehr als dem Dreifachen des OECD-Mittelwerts. Laut einer Studie des US-amerikanischen Think-Tanks »RAND Corporation« verlangen Pharmaunternehmen in den USA 278 Prozent höhere Preise für Medikamente als in anderen wohlhabenden Ländern.

Walmart will laut Medienberichten mit dem erweiterten Angebot Mitarbeitende langfristig halten und sich im Wettbewerb um Arbeitskräfte besser aufstellen. In einer Stellungnahme teilte das Unternehmen mit, dass es die Erhöhung der Versicherungsbeiträge für seine Beschäftigten so gering wie möglich halte; so steigen die Beiträge für den Basis-Versicherungsplan um 1,50 US-Dollar pro Abrechnungszeitraum auf 39,80 US-Dollar. Gegenüber dem US-Nachrichtensendern CNBC erklärte Walmart, dass dieser Anstieg geringer ausfalle als im Vorjahr.

Walmart geriet auch in die Kritik

Zu den weiteren neuen Leistungen gehört unter anderem ein bis zu 12-wöchiger Urlaub für Eltern, deren Neugeborene auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Dieser kann zusätzlich zum regulären Eltern- oder Mutterschaftsurlaub in Anspruch genommen werden.

»Die von uns ergriffenen Maßnahmen basieren auf jahrelanger Planung und dem Erproben neuer Ansätze. Dies ermöglicht es uns, spürbare Verbesserungen für unsere Mitarbeitenden zu erzielen, ohne dabei Leistungen zu kürzen oder die Beiträge nennenswert zu erhöhen«, teilte Walmart in einer Stellungnahme gegenüber CNBC mit.

In den vergangenen Wochen geriet das US-Unternehmen jedoch in die Kritik und wurde beschuldigt, mithilfe persönlicher Kundendaten Preise individuell anzuheben. CEO von Walmart, John Furner, bestritt dies jedoch öffentlich: »Wir bepreisen das Produkt, nicht die Person«, sagte er. Die US-Handelsbehörde FTC prüft momentan personalisierte Preise. Derzeit führt Walmart sogenannte digitalen Regaletiketten («Electronic Shelf Labels«) im gesamten US-Filialnetz ein.

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