Wie entwickelt sich der Arzneimittelmarkt angesichts des wachsenden Onlinedrucks? / © IMAGO/imagebroker
Die deutsche Wirtschaft kommt seit Jahren nicht vom Fleck. Neben strukturellen Problemen machen zahlreiche externe Schocks das Leben schwer. Wie bewerten die Akteure im OTC-Arzneimittelmarkt – Pharmahersteller, Apotheken und Konsumenten – die aktuelle Situation? Die in der vergangenen Woche veröffentlichte »OTC- und Apothekenmarktstudie 2026« der Unternehmensberatung Sempora soll Einblicke liefern.
Im Rahmen der Studie wurden im 1. Quartal 2026 57 Entscheider aus Pharmaunternehmen, 144 Apotheker sowie 1010 Konsumenten in Deutschland befragt.
Die Ergebnisse der Befragungen zeige einmal mehr, dass die stationären Apotheken unter Druck stehen, da immer weniger Offizinen immer weiter steigende Anforderungen erfüllen müssen. Auffällig ist auch, dass die Einschätzungen der Apotheker pessimistischer ausfallen als die der Industrie: Die Apotheker rechnen mit einem Rückgang der Anzahl stationärer Apotheken um 5 Prozent pro Jahr.
Gleichzeitig gehen beide Gruppen davon aus, dass Apotheken ihr Leistungsangebot weiter ausbauen werden, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Das dürfte zu einem verschärften Wettbewerb an einer schrumpfenden Zahl von Standorten führen, an denen wiederum die Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Profil und Differenzierung kontinuierlich weiter steigen.
Laut Befragung können sich bei rezeptfreien Medikamenten viele Verbraucher vorstellen, diese auch über nicht etablierte Anbieter zu beziehen. Je nach Drogeriekette könnten sich bis zu rund zwei Drittel der Befragten vorstellen, rezeptfreie Medikamente dort zu kaufen oder zu bestellen, so das Ergebnis. Der Versandriese Amazon landet bei vergleichbaren Ergebnissen.
Das dürfte auch zulasten etablierter Versender wie Shop Apotheke und Doc Morris gehen, die aber immerhin ihre Bekanntheitswerte steigern konnten. Die besten Preise erwarten die Konsumenten laut Umfrage jedoch bei dm. Auch die wahrgenommene Gesundheitskompetenz von dm ist schon jetzt größer als jene der etablierter Versender.