| Daniela Hüttemann |
| 08.01.2026 13:38 Uhr |
Menschen mit Diabetes sollten sehr auf ihre Füße achten. Vor allem für ältere Patienten ist eine professionelle Fußpflege sinnvoll. / © Getty Images/Halfpoint Images
Sowohl die SGLT-2-Inhibitoren (Gliflozine) als auch die GLP-1-Rezeptoragonisten haben für Menschen mit Diabetes positive Effekte, die über die Kontrolle des Blutzuckerspiegels hinausgehen. Beide Wirkstoffgruppen reduzieren das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, können das Körpergewicht senken und schützen die Nieren, wie sich in klinischen Studien gezeigt hat. Studien an Mäusen deuten auch auf inflammatorische und antioxidative Effekte hin.
Forschende der Universität Aarhus haben nun Registerdaten aus Dänemark daraufhin analysiert, welche Wirkstoffklasse besser ein diabetisches Fußsyndrom verhindern kann. Ein Vorteil der SGLT-2-Hemmer gegenüber Placebo sei bereits bekannt gewesen, schreiben die Autoren um Dr. Frederik P.B. Kristensen in den »Annals of Internal Medicine«. Sie verglichen nun die Outcomes von 53.769 Patienten unter SGLT-2-Hemmern mit denen von 30.380 Patienten unter GLP-1-Rezeptoragonisten, die eine entsprechende Therapie zwischen 2013 und 2023 begonnen hatten. Alle hatten die Diagnose Typ-2-Diabetes.
Das Follow-up betrug sechs Jahre. Tatsächlich traten unter der SGLT-2-inhibierenden Therapie etwas weniger Fußerkrankungen auf als in der Vergleichsgruppe: bei 10,8 versus 12,0 Prozent aller Behandelten. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion um 10 Prozent. Die Wissenschaftler begründen den Effekt mit einem niedrigeren Risiko für Neuropathien (relative Risikoreduktion um 22 Prozent).
Ein Benefit zeigte sich aber erst nach mindestens drei Jahren Behandlung, als bereits 40 Prozent in der SGLT-2- und 32 Prozent in der GLP-1-Gruppe ihr Medikament abgesetzt hatten. Die absoluten Unterschiede seien gering gewesen. »Ob diese Differenz einen kausalen Effekt der anfänglich verwendeten Medikation widerspiegelt, ist ungewiss«, schränken die Autoren ein. Zudem waren die Risiken für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK), Geschwüre am Fuß und Amputationen sowie die Gesamtmortalität vergleichbar.
Etwa 35.000 Fußamputationen jährlich sind in Deutschland auf Diabetes zurückzuführen. Mit einer guten Blutzuckereinstellung und einer gezielten Ansprache sowie Aufklärung der Patienten ließe sich die Zahl senken.