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Pilze sammeln
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Vorsicht vor Bestimmungs-Apps und neuen Arten

Nach dem vielen Regen zieht es viele Menschen zur Pilzsuche in den Wald. Allerdings siedeln sich infolge milder Winter und trockener Sommer auch neue Arten an – und das birgt Gefahren, genau wie ein ungeübter Umgang mit Bestimmungs-Apps.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 06.10.2022  08:00 Uhr
Führt der Klimawandel zu mehr Pilzvergiftungen?

Führt der Klimawandel zu mehr Pilzvergiftungen?

Eine direkte Verbindung ist wissenschaftlich nicht zu belegen, die Zahl der Vergiftungen hat in Norddeutschland laut einer Statistik des Giftinformationszentrum-Nord mit Sitz in Göttingen jedoch zugenommen. So wurden in den Jahren 2016 bis 2018 insgesamt 1444 Pilzvergiftungen gemeldet, in den Jahren 2019 bis 2021 waren es 2312.

Um Pilze richtig zu sammeln und Vergiftungen zu vermeiden, ist laut dem Naturschutzbund Niedersachsen ein Pilz-Bestimmungsbuch «unverzichtbar». Alternativ gibt es landesweit zahlreiche Pilzsachverständige, die über die Website der DGFM mit Hilfe einer Karte gefunden werden können. Auch die Mykologen raten jedoch von Pilzbestimmungs-Apps für das Smartphone ab. «Die sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen», meint Larbig. «Die Apps sind nicht sicher genug.» Die Erfahrung zeige, dass schon mehrere Vergiftungen auf die Apps zurückzuführen waren.

Laut Larbig gibt es außerdem immer mehr Sammler: «Das Interesse an Naturthemen insgesamt ist stark gestiegen, am Pilzesammeln besonders, gerade durch die Pandemie in den Lockdowns.» Stefan Fischer sieht hingegen «eher einen längerfristigen Trend, der schon vor der Pandemie begonnen hat». Besonders bei den 30- bis 40-Jährigen sei das Interesse gewachsen, weil sich in diesem Alter mehr Menschen mit Ernährung und der Natur generell befassen: «Das Interesse am Pilzesammeln ist da.»

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