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Psychologie
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Vor Wut einfach mal schreiben

Manchmal könnte man platzen vor Wut, doch Ausrasten ist in der Regel keine sozialverträgliche Option. Eine japanische Studie rät jetzt zu einer schriftlichen Lösung.
AutorKontaktdpa
Datum 12.04.2024  08:00 Uhr

Gute Taktik für nervige Meetings

Das Schreiben und Vernichten wirke bei Wut offenbar ähnlich, wie ein Teddybär als Trost oder bei Angst wirken könne, so die Forscher. Ein Objekt wegzuwerfen, das mit negativen Emotionen wie Wut verbunden sei, könne dabei helfen, diese loszuwerden. «Jeder, der einen Stift und ein Stück Papier hat, kann diese Methode anwenden.»

Unklar sei bisher, ob sich das Konzept auch digital umsetzen lasse – ob es also auch helfe, seine Wut auf dem Smartphone oder Laptop niederzuschreiben und den Text dann zu löschen. Memo im Meeting

Kawai sieht einen praktischen Nutzen als schnelle, einfache Maßnahme etwa für Geschäftsleute: Sie könnten in stressigen Situationen den Grund momentanen Ärgers notieren und das Memo dann wegwerfen. Interessant sei das Ergebnis auch mit Blick auf eine japanische Kulturtradition, die unter dem Namen Hakidashisara am Hiyoshi-Schrein in Kiyosu praktiziert werde. Bei dem jährlichen Fest werden demnach kleine Scheiben zerschlagen, die wütend machende Dinge darstellen. Teilnehmer berichteten dabei von einem Gefühl der Erleichterung, so die Forscher.

Dauerwut ist ungesund

In andauerndem Wütend-Sein zu verharren, ist dagegen ungesund – unter anderem wird Untersuchungen zufolge das Herz-Kreislauf-System belastet. Bei einem akuten Wutanfall könne intensive Bewegung helfen, sich selbst wieder runterzubringen, erklärte Möhler: die Treppe hoch und runter zu laufen, einen Boxsack zu nutzen oder – so man in einem Meeting feststeckt – alle Muskeln ganz fest anzuspannen und wieder los zu lassen.

Manchen Menschen helfen auch Kältereize wie kaltes Wasser auf Gesicht oder Armen, das Flitschen eines Gummibandes am Handgelenk oder ein starker Geschmacksreiz etwa durch ein scharfes Bonbon. Zu den ungesunden Strategien der Wutbewältigung zählten das Rauchen und Alkoholkonsum.

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