Schon im Jahr 2023 traf sich die Apothekerschaft zum Protest am Potsdamer Platz in Berlin. / © PZ/Melanie Höhn
Am 23. März soll es bundesweite Apothekenproteste geben. Dazu sind Apothekenschließungen und Kundgebungen in den Städten Berlin, München, Hannover und Düsseldorf geplant. Die Apothekerschaft will so ein Zeichen gegen die Unterfinanzierung der Offizinen und die Reformpläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) setzen.
Jetzt hat der Berliner-Apotheker-Verein (BAV) Details zu den geplanten Protesten bekanntgegeben. Demnach will man sich um 12 Uhr am Potsdamer Platz treffen und von dort in einem Demonstrationszug zum Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus ziehen. Hier soll der Protest gegen 13:30 Uhr mit einer Kundgebung enden. Am selben Tag soll auch in Düsseldorf, Hannover und München protestiert werden.
Der BAV ruft dazu auf, dass am 23. März alle Apotheken geschlossen bleiben, damit möglichst viele Apothekenteams an den Demonstrationen teilnehmen können. Die Versorgung soll dann nur noch durch Notdienstapotheken aufrechterhalten werden.
In seiner Pressemitteilung betont der BAV, dass das Apothekenhonorar seit 2004 nur einmal und nur in minimaler Höhe angepasst wurde. Gleichzeitig seien die Kosten der Apotheken für Personal, Mieten und Energie dramatisch angestiegen. Die Unterfinanzierung habe zu zahlreichen Apothekenschließungen geführt.
»Im Mittel wird bundesweit alle 20 Stunden ein Apothekenbetrieb geschlossen und steht nicht mehr für die Versorgung der Menschen zur Verfügung. Berlin hat in den letzten 10 Jahren etwa jede fünfte Apotheke verloren. Im europäischen Durchschnitt liegt die Apothekendichte je Hunderttausend Einwohner in Deutschland bereits im unteren Drittel«, so Anke Rüdinger, Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins. Union und SPD sollten ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umsetzen und das Fixum auf 9,50 Euro erhöhen.