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Kritik an Reformplänen
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Vogler: Lauterbach will Notdienst schleifen

Katrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, hat die Liberalisierungspläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) scharf kritisiert. »Nach der Krankenhauslandschaft will Lauterbach nun auch die Apothekenlandschaft zerstören«, so Vogler.
AutorKontaktPZ
Datum 28.09.2023  15:00 Uhr

Lauterbach hatte gestern beim Deutschen Apothekertag (DAT) seine Pläne für eine Reform des Apothekenmarktes erklärt. Diese sehen eine Lockerung beim Mehrbesitz und geringere Auflagen für Filialapotheken vor. Die Delegierten des Apothekertags erteilten den Vorschlägen eine klare Absage und verabschiedeten eine entsprechende Resolution.

Auch Vogler kritisierte Lauterbachs Vorschläge: »Statt den heilberuflichen Charakter des Apothekerberufs gegenüber dem kaufmännischen zu stärken, will der Gesundheitsminister Apothekenketten installieren und den wichtigen Notdienst schleifen.« Lauterbach hatte auf Nachfrage beim DAT allerdings versichert, am Fremdbesitzverbot festzuhalten. Einige Delegierte fanden es allerdings fraglich, ob das bei einer Lockerung des Mehrbesitzverbots de facto noch gelingen könne.

Vogler würde, sollte Lauterbach seine Pläne umsetzen, einen verschärften Konkurrenzkampf unter den Apotheken erwarten sowie einen der Apothekendichte. »So werden diejenigen Apotheken, die wirklich eine gute Versorgung der Bevölkerung gewährleisten wollen und dafür auch Leistungen erbringen, die weniger lukrativ sind, schnell ins Hintertreffen gelangen. Wer seinen Beruf ernst nimmt, ist der Dumme«, so Vogler.

Die Linkspolitikerin ist gegen eine weitere Kommerzialisierung der Arzneimittelversorgung. »Mit dem einen Gesetz weitet Lauterbach die Kompetenzen der Apotheken bei Lieferengpässen aus, mit dem nächsten verhindert er, dass der Fiebersaft in jeder Apotheke selbst hergestellt werden kann. Das ergibt keinen Sinn und hat keine Strategie. Wer auf dem Land ein fieberndes Kind zu Hause hat, wird sich den Saft nicht mehr in der Bereitschaftsapotheke holen, sondern ist gezwungen, gleich in die Rettungsstelle zu fahren, die Lauterbach mit dem nächsten Gesetz entlasten will. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln angesichts dieser Konzeptlosigkeit«, so das Fazit der Linkspolitikerin.

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