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Schlechte Adhärenz
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Viele steigen bei Apps auf Rezept aus

Viele brechen digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), die bei psychischen Belastungen helfen sollen, frühzeitig ab. Warum das kein Zeichen von Therapieunwilligkeit ist und was beim Dranbleiben helfen kann.
AutorKontaktdpa
Datum 25.02.2026  10:00 Uhr

Digitale Gesundheitsanwendungen (kurz DiGA oder umgangssprahclich »Apps auf Rezept«) können bei psychischen Erkrankungen verordnet werden und Betroffenen bei der Minderung der Symptome unterstützen. Ein grundsätzliches und häufiges Problem ist aber, dass Patientinnen und Patienten die Programme nicht konsequent nutzen. »Viele Nutzer brechen die Programme frühzeitig ab«, sagt Enno Maaß, psychologischer Psychotherapeut und Vorsitzender der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV).

Nicht jeder kommt mit jedem Programm zurecht. Aber: Solange die Motivation für eine Therapie erhalten bleibt und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten besteht, ist es kein Fehler, eine DiGA auch wieder zu pausieren. Wichtig ist: »Bloß nicht daraus ableiten, dass man nicht therapiewillig oder fähig wäre«, betont Maaß.

Der Psychotherapeut empfiehlt an einem solchen Punkt, innezuhalten und zu überlegen, warum die Anwendung einem persönlich nicht weiterhilft. Vielleicht besteht schon eine stärkere Behandlungsbedürftigkeit, dann sollte professionelle Unterstützung hinzugezogen werden.

Der psychologische Psychotherapeut Lasse Sander rät dazu, DiGA grundsätzlich in ärztlicher oder therapeutischer Begleitung zu nutzen. Wer sich nicht dauerhaft motivieren kann, mit dem Programm zu arbeiten, könne sich Freunden, einem Sozialarbeiter oder jemandem aus dem eigenen Umfeld, der ähnliche Erfahrungen hat, über die Inhalte austauschen, so Sander. Es entsteht eine Art soziale Kontrolle, die motiviert und dabei unterstützt, dranzubleiben.

Zudem kann man sich vor Augen führen, dass DiGA wissenschaftlich fundiert sind und auch bei hoher Krankheitslast einen spürbaren Nutzen bringen können. Wer psychisch belastet ist, könne sie gezielt einsetzen, um Symptome zu reduzieren und die eigene Situation aktiv zu verbessern, so Sander, der am Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg forscht. 

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