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Arzneimittel
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vfa sieht Innovationsrückstand zu den USA

Im Europavergleich schneide Deutschland sehr gut bei der Verfügbarkeit neuer Arzneinmittel ab, gegenüber den USA bestehe aber ein spürbarer Innovationsrückstand, berichtet der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland (vfa). 
AutorKontaktPZ
Datum 05.05.2025  14:16 Uhr

In den USA seien seit 2015 insgesamt 19 Arzneimittel mit dem Status »Breakthrough Therapy« zugelassen worden, die in der EU bislang weder verfügbar noch im Zulassungsverfahren seien, so der vfa in einer Pressemitteilung. Dazu zähle beispielsweise der Arzneistoff Revumenib (Revuforj) von Syndax Pharmaceuticals, der für die Behandlung der akuten Leukämie in den USA zugelassen ist. Es handle sich um die erste zielgerichtete Therapie für eine seltene und aggressive Form der Leukämie.

Insgesamt fehlten dem deutschen Markt seit 2015 mindestens 101 neuartige Arzneimittel, die in den USA bereits zugelassen seien, so der vfa. Laut dem Verband kommen nur in Einzelfällen in der EU zugelassene Arzneimittel nicht in Deutschland auf den Markt. »Wenn Europa der alleinige Maßstab wäre, könnte Deutschland sich zufrieden zurücklehnen. Doch der globale Leitmarkt liegt in den USA«, so vfa-Präsident Han Steutel. 

»Erst im transatlantischen Vergleich wird deutlich, wie es wirklich um die Innovationskraft unserer Arzneimittelversorgung steht – und hier zeigt sich ein besorgniserregender Rückstand«
Han Steutel, vfa-Präsident

Zu viele und zu komplizierte Regelungen in der Erstattung und nicht genutzte Synergiepotenziale wie in der europäischen Nutzenbewertung hielten Pharmaunternehmen ab, sämtliche neuen Arzneimittel in Europa und Deutschland auf den Markt zu bringen, so der Verband.

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