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Ozempic-Fälschung
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Vermutlich Insulin statt Semaglutid

Im Fall der aufgetauchten Fälschungen des Diabetesmedikaments Ozempic® war bislang unklar, was die Fake-Pens statt des gewünschten Inhaltsstoffs Semaglutid enthalten. Jetzt erhärtet sich der Verdacht, es könnte Insulin sein.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 20.10.2023  16:15 Uhr

Wenn sich ein Mensch unwissentlich Insulin spritzt, kann es zu einem lebensgefährlichen Abfall des Blutzuckers kommen. Dies ist möglicherweise einem Patienten in Österreich passiert, der sich mutmaßlich gefälschtes Ozempic® gespritzt hat. Die betroffene Person sei nach einer Anwendung des fraglichen Mittels unterzuckert gewesen und habe einen Krampfanfall erlitten, hieß es vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) am Freitag. Dies sei »ein Indiz, dass in dem Produkt fälschlich Insulin anstelle des Wirkstoffs Semaglutid enthalten war«.

Die Behörde gab auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bekannt, wo oder wie diese Person das Medikament erworben hatte. Der GLP-1-Rezeptoragonist Semaglutid, der unter dem Namen Ozempic eine Zulassung zur Behandlung von Typ-2-Diabetikern besitzt, ist derzeit auch als Mittel zur Gewichtsreduktion sehr begehrt. Vermutlich deshalb waren zuletzt Ozempic-Fälschungen aufgetaucht: Laut der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) wurden in verschiedenen EU-Staaten und Großbritannien gefälschte Ozempic-Pens gefunden.

In Deutschland sind bislang auf Apothekenebene noch keine Ozempic-Fälschungen aufgetaucht. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Apotheken dazu aufgerufen, jede Ozempic-Packung vor der Abgabe zu öffnen, um die enthaltenen Pens in Augenschein zu nehmen.

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