| Sven Siebenand |
| 02.04.2026 16:00 Uhr |
In den USA ist ein neues Medikament zum Abnehmen zugelassen worden. In der EU wird der Zulassungsantrag für den oral verfügbaren Wirkstoff Orforglipron derzeit geprüft. / © Adobe Stock/Boriss
Anders als bekannte GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid, Dulaglutid oder Liraglutid, die eine peptidische Struktur aufweisen, ist Orforglipron ein nicht peptidischer Agonist am GLP-1-Rezeptor. Der Wirkstoff kann oral eingenommen werden.
Wichtige Grundlage für die Zulassung sind Ergebnisse der randomisierten Doppelblindstudie ATTAIN-1. In dieser wurde Orforglipron bei mehr als 3100 Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht mit einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung und ohne Diabetes untersucht. Nach 72 Wochen erreichten alle drei Dosen von Orforglipron den primären Endpunkt: eine überlegene Reduktion des Körpergewichts im Vergleich zu Placebo. Teilnehmende, die die höchste Dosis von Orforglipron (eine Kapsel mit 36 mg pro Tag) einnahmen, verloren nach 72 Wochen durchschnittlich 12,4 kg. In den Studienarmen mit 12 beziehungsweise 6 mg Orforglipron pro Tag betrug der Gewichtsverlust am Ende der Studie durchschnittlich 9,4 beziehungsweise 8,0 kg. In der Placebogruppe nahmen die Teilnehmer durchschnittlich 1,0 kg ab.
Foundayo soll einmal pro Tag geschluckt werden. Dies allerdings nicht in Kapselform wie in der ATTAIN-1-Studie, sondern als Tablette. Die in der klinischen Studie verwendete Kapsel und die zugelassene Tablette haben gezeigt, dass sie eine gleichwertige Bioverfügbarkeit haben. Die Dosisäquivalent-Formulierungen der Kapseln mit 1 mg, 3 mg, 6 mg, 12 mg, 24 mg und 36 mg Orforglipron sind Tabletten in den Dosierungen 0,8 mg, 2,5 mg; 5,5 mg; 9 mg; 14,5 mg und 17,2 mg Wirkstoff.
Die empfohlene Anfangsdosis von Foundayo beträgt 0,8 mg. Diese sollte nach mindestens 30 Tagen auf 2,5 mg und nach weiteren 30 Tagen auf 5,5 mg erhöht werden. Die Dosis kann je nach Ansprechen auf die Behandlung und Verträglichkeit nach jeweils mindestens 30 Tagen weiter erhöht werden auf 9 mg, 14,5 mg und schließlich 17,2 mg.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, aufgeblähter Bauch, Müdigkeit, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen und Haarausfall.
Bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) liegt auch schon ein Zulassungsantrag für Orforglipron zum Einsatz bei Adipositas und Typ-2-Diabetes vor. Abgesehen von diesen beiden Indikationen untersucht der Hersteller den Wirkstoff auch als potenzielle Behandlung für obstruktive Schlafapnoe, Kniegelenksarthrose, Bluthochdruck, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Belastungsinkontinenz.