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Politik trifft Wissenschaft
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Unser Steinzeitgehirn erschwert Veggie Days

Die Anzahl der Übergewichtigen ist hierzulande in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Fast 60 Prozent der Erwachsenen bringen zu viel auf die Waage, knapp jeder Vierte ist sogar adipös. Wie können Wissenschaft und Politik die Zukunft der Ernährung neu gestalten? Die Frage stand im Zentrum der Auftaktveranstaltung des Formats »Science on the Spree«.
AutorKontaktAngela Kalisch
Datum 28.11.2023  08:00 Uhr

Heftiger Gegenwind

König und Bodirsky beklagten, dass viele gute Ideen der Wissenschaft »in der Schublade verschwinden« und es insgesamt seitens der Politik viel zu langsam vorangehe. Künast entgegnete daraufhin, dass schon kleinste Schritte mit einem heftigen Gegenwind quittiert würden. Man denke nur an den Vorschlag der Grünen, einen Veggie Day in Kantinen einzuführen. Auch die von Parteikollege Cem Özdemir geplanten Einschränkungen der Werbung, die sich an Kinder richtet, habe sofort eine Gegenkampagne ausgelöst. 

Diskussionen um die Ernährung werden grundsätzlich sehr emotional geführt, so König, Appelle an vernünftige Entscheidungen kämen oft nicht an. Für die von der Bundes­regierung geplante Ernährungsstrategie werden deshalb viele unterschiedliche Akteure gebraucht, die Verantwortung übernehmen, ergänzte Künast. Das fängt an beim Spitzenkoch, der spannende vegetarische Rezepte auf die Speisekarte setzt, und geht bis hin zum Hersteller, der überzuckerte Cerealien nicht länger als gesundes Frühstück vermarktet.

Das Interesse an gesunder Ernährung in der Bevölkerung sei durchaus groß, das Bewusstsein für eine nachhaltigere Zukunft weit verbreitet, so Künast abschließend. Doch der Weg zur Veränderung müsse nun auch konsequent gegangen werden.

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