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Parkinson und Alzheimer
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Umweltschadstoffe unter Beobachtung

Die Prävalenz neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson steigt mehr als allein durch den demografischen Wandel zu erwarten wäre. Das teilt aktuell die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) mit. Welchen Anteil tragen Umweltschadstoffe dazu bei?
AutorKontaktPZ
Datum 24.05.2023  17:00 Uhr

Viele Indizien

Dennoch sieht die Expertin laut DGE auch jenseits dieses Studienergebnisses viele Indizien für einen Zusammenhang zwischen Umweltgiften und dem Anstieg neurodegenerativer Erkrankungen. So sei etwa die altersstandardisierte Punktprävalenz von Parkinson in den Ländern Nordafrikas und des Mittleren Ostens in den letzten 30 Jahren um mehr als 15 Prozent gestiegen. »Hier spielen natürlich auch Lebensstilfaktoren eine Rolle, wie Ernährung – einerseits Mangelernährung, andererseits Übernahme von Ernährungsgewohnheiten der Industrienationen mit hochprozessierten, zuckerreichen Fastfood-Nahrungsmitteln –, weniger Bewegung und Exposition gegenüber Schadstoffen aus zunehmender Industrialisierung. Auch ist bekannt ist, dass die EU seit den 1980er-Jahren ihren giftigen Müll in viele dieser Länder exportiert, wo Menschen, zum Teil sogar Kinder, ihn auf den Halden ungeschützt sortieren.«

Ein gesunder Lebensstil und eine gesunde Umwelt hingen immer eng miteinander zusammen, betont DGN-Generalsekretär, Professor Dr. Peter Berlit. »Ein erster wichtiger Schritt muss nun sein, Substanzen, die neurodegenerative Prozesse auslösen, zu identifizieren, ihr Risiko zu beziffern und diese dann konsequent zu vermeiden.«

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