| Annette Rößler |
| 10.03.2026 16:22 Uhr |
Vinay Prasad wird ab Mai 2026 nicht mehr für die FDA arbeiten. Wer ihm nachfolgt, ist noch unbekannt. / © picture alliance/Assicuated press
Vinay Prasad werde nur noch bis Ende April bei der FDA beschäftigt sein. Das teilte FDA-Chef Marty Makary laut der Nachrichtenagentur Reuters über die Social-Media-Plattform X mit. Ab April werde Prasad demnach seine Tätigkeit als Professor für Onkologie an der University of California San Francisco School of Medicine wieder aufnehmen. Während seines einjährigen »Sabbaticals« bei der FDA habe Prasad viel erreicht, so Makary. Wer Prasads Nachfolger wird, solle vor dessen Abgang bekanntgegeben werden.
Prasad hatte bei der FDA das für Impfstoffe und Biologika zuständige Center for Biologics Evaluation and Research (CBER) ab Mai 2025 zunächst kurzfristig geleitet, dann jedoch durch seinen Umgang mit einer Behandlungsmethode für Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie den Unmut rechter Influencer auf sich gezogen, woraufhin er entlassen wurde. Kurz darauf war er dann aber wieder »back on the job« – nachdem Makary für ihn gebürgt hatte, wie das Nachrichtenportal »STAT« berichtet.
Wie STAT unter Berufung auf die Aussagen mehrerer FDA-Mitarbeitenden ausführt, sei Prasads Führungsstil äußerst autoritär gewesen. Er habe Führungskräfte abgesetzt und selbst deren Positionen eingenommen, die Mitarbeitenden überwacht und so insgesamt ein von Misstrauen und Paranoia geprägtes Arbeitsklima geschaffen.
Zuletzt versuchte er, gegen die Experten aus dem eigenen Haus eine Ablehnung der Prüfung des mRNA-Grippeimpfstoffs von Moderna durchzudrücken, scheiterte damit allerdings schließlich – nachdem der US-Präsident höchstpersönlich gegenüber Makary seinen Unmut über das Hin und Her bei diesem Impfstoff geäußert hatte.
Ob bei der FDA nach Prasads Abgang wieder mehr Ruhe einkehren wird, ist fraglich. Bei der Behörde waren zuletzt häufiger hochrangige Mitarbeitende ausgetauscht worden. So hatte das für Arzneistoffe zuständige Center for Drug Evaluation and Research (CDER) allein im Jahr 2025 fünf verschiedene Direktoren.