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Elektronische Patientenakte
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Umfangreiche neue ePA-Funktionen ab 2026

Die elektronische Patientenakte (ePA) soll im kommenden Jahr umfangreiche neue Funktionen erhalten. Jetzt haben die Gesellschafter der Gematik die Spezifikationen für die Funktionserweiterung beschlossen. 
AutorKontaktPZ
Datum 11.09.2025  08:45 Uhr

Ab dem 1. Oktober ist die Nutzung der elektronischen Patientenakte für Apotheken und andere Leistungserbringer verpflichtend. Wie die Gematik mitteilt, hat sie jetzt die Spezifikationen für eine Funktionserweiterung und damit verbundene Zeitpläne zur Umsetzung für die ePA für alle beschlossen.

Der neue Funktionsumfang besteht im ersten Schritt aus der Erweiterung des digital gestützten Medikationsprozesses (dgMP) um den elektronischen Medikationsplan (eMP) sowie der Möglichkeit für Versicherte, zum Beispiel bei neuen Zugriffen auf ihre ePA Push-Benachrichtigungen über ihre jeweilige Krankenkassen-App zu erhalten.  In einer weiteren Ausbaustufe ist die Umsetzung der Volltextsuche und die Datenausleitung zu Forschungszwecken an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit vorgesehen.

Medikationsplan mit strukturierten Dosierangaben

Die elektronische Medikationsliste (eML) als ein Teil des dgMP ist seit Start der ePA für alle verfügbar und soll Apotheken und Praxen schon jetzt im Versorgungsalltag unterstützen. Künftig soll ergänzend auch der eMP für die Behandlung genutzt werden: Der Medikationsplan soll eine Übersicht über die aktuelle Medikamenteneinnahme von Patienten bieten. Hinzu kommt, dass strukturierte Dosierangaben und Einnahmehinweise für Medikamente hinzugefügt und eingesehen werden können.

Damit können komplexe Dosierschemata in der ePA abgebildet werden, die über das so genannte 4er-Schema beim bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) hinausgehen. Die Angabe strukturierter Dosierangaben ist laut Gematik ein »wichtiger Baustein für eine höhere Arzneimitteltherapie- und Patientensicherheit«.

Zudem sollen im dgMP Medikamente nachgetragen werden können. Das betrifft beispielsweise BtM-Rezepte, die noch nicht elektronisch verschrieben werden können. Außerdem können künftig durch Apotheker und Ärzte OTC-Präparate ergänzt werden. 

Umsetzung neuer Funktionalitäten in 2026

Die Erweiterung des dgMP und Push-Benachrichtigungen sind für 2026 geplant. Laut Gematik habe sich das Vorgehen einer Pilotierung bei der ePA bewährt, daher sind vor der flächendeckenden Einführung dieser Funktionalitäten Tests in den Modellregionen vorgesehen.

Die Volltextsuche und die Datenausleitung zu Forschungszwecken an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit sollen in einer weiteren Ausbaustufe folgen. Geplant ist, dass alle beschlossenen Funktionen Anfang 2027 ausgerollt sein sollen.

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