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Tylenol-Milliardendeal: Kimberly Clark übernimmt Kenvue

Kenvue, der Hersteller des Medikaments Tylenol®, wird für fast 49 Milliarden Dollar vom Konzern Kimberly-Clark übernommen. Der in den USA als Acetaminophen bekannte Wirkstoff von Tylenol ist identisch mit Paracetamol.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 04.11.2025  14:00 Uhr

Mitten in der vom Weißen Haus losgetretenen Kontroverse um das Schmerzmittel Tylenol und Autismus wird der Hersteller Kenvue vom Konzern Kimberly-Clark übernommen. Zusammen mit den Schulden von Kenvue liegt der Kaufpreis bei 48,7 Milliarden Dollar (42,3 Milliarden Euro). Ein Teil davon soll in Aktien von Kimberly-Clark bezahlt werden, daher könnte der endgültige Betrag noch anders ausfallen.

Paracetamol, das in den USA unter dem Wirkstoffnamen Acetaminophen und der Marke Tylenol® bekannt ist, wird im Trump-Lager als Ursache für Autismus diskutiert, wenn es während der Schwangerschaft eingenommen wird. Hierzu meldete sich auch der US-Präsident zu Wort

Ende Oktober zog der Bundesstaat Texas vor Gericht gegen Kenvue mit dem Vorwurf, einen Zusammenhang mit Autismus verschleiert zu haben. Kenvue betont, wissenschaftliche Daten ergäben keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Autismus und der Einnahme des Medikaments. Auch Experten widersprachen Trumps Behauptungen. In einer Telefonkonferenz nach Ankündigung des Zusammenschlusses bekräftigte Kenvue-Chef Kirk Perry, die Produkte des Unternehmens seien sicher. Kimberly-Clark-Chef Mike Hsu sagte, man habe die Risiken abgewogen und sich von Experten beraten lassen.

Hohe Umbaukosten erwartet 

Kenvue mit Marken wie Neutrogena®, Listerine® und Aveeno® wurde im Jahr 2023 vom Kimberly-Clark-Konkurrenten Johnson & Johnson abgespalten. Das Unternehmen Kimberly-Clark, das unter anderem Kleenex® und Huggies® sowie Medizinprodukte im Gesundheitsbereich herstellt, sieht Potenzial für jährliche Einsparungen von mehr als zwei Milliarden Dollar durch den Zusammenschluss. In den ersten zwei Jahren werde es aber zunächst Umbau-Kosten von rund 2,5 Milliarden Dollar geben.

Nach der Fusion sollen Aktionäre von Kimberly-Clark rund 54 Prozent am Unternehmen halten und Anteilseigner von Kenvue den Rest. Die Aktien der beiden Unternehmen entwickelten sich nach der Ankündigung in unterschiedliche Richtungen. Für das Papier von Kenvue ging es im frühen US-Handel zeitweise um mehr als 16 Prozent aufwärts, der Kurs von Kimberly-Clark fiel um über zwölf Prozent. Kenvue galt laut US-Medienberichten schon seit einiger Zeit als Übernahmekandidat.

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