Die US-Regierungswebseite namens »TrumpRx« verkauft die Medikamente nicht selbst. Stattdessen kann man dort nach verschreibungspflichtigen Arzneien suchen. / © Imago/MediaPunch
US-Präsident Donald Trump hat den Start eines nach ihm benannten Internetportals verkündet. Über dieses sollen Amerikanerinnen und Amerikaner günstiger an Medikamente gelangen. Die Regierungswebseite »TrumpRx« verkauft die Medikamente nicht selbst, sondern ermöglicht die Suche nach verschreibungspflichtigen Arzneien.
Sind sie auf der Webseite gelistet, bekommt man angezeigt, wie viel man beim Kauf angeblich sparen könnte. Um diesen Preis zu erhalten, kann man sich dann etwa einen Coupon herunterladen. »Diese Coupons können landesweit in lokalen Apotheken eingelöst werden, mit Ausnahme bestimmter Spezialmedikamente«, steht auf der Website. Bei manchen Medikamenten sind die Rabatte »derzeit nur über die Website des Herstellers« oder »über eine begrenzte Anzahl von Online-Versandhändlern erhältlich«. Ein Account ist derzeit nicht notwendig, um einen Coupon zu erhalten. Die PZ-Redaktion konnte einen Coupon erhalten, indem sie die »Allgemeinen Geschäftsbedingungen« akzeptierte.
Den TrumpRx-Coupon können Patientinnen und Patienten in lokalen Apotheken landesweit einlösen. / © Screenshot TrumpRx
Auf der Website finden sich auch Antworten auf häufig gestellte Fragen von Apotheken. Diese scheinen auf den ersten Blick allerdings nicht besonders hilfreich zu sein. So wird beispielsweise auf die Frage »Wie beantragt ein Apotheker eine Erstattung für Medikamente, die auf TrumpRx erhältlich sind?« lediglich auf die einzelnen Hersteller verwiesen. Auch auf die Frage »Wie werden Apotheken bezahlt, wenn sie ein Rezept von TrumpRx einlösen?« wird darauf hingewiesen, dass die Bezahlung der Apotheke davon abhängt, wie jeder Hersteller seine Preisnachlässe gewährt.
»Dutzende der am häufigsten genutzten verschreibungspflichtigen Medikamente werden für alle Verbraucher über eine neue Webseite zu drastischen Preisnachlässen erhältlich sein«, sagte Trump zum Start des Portals. Zu diesem Zeitpunkt waren dort nach Angaben des Weißen Hauses 40 Produkte gelistet – darunter Abnehmspritzen des dänischen Herstellers Novo Nordisk. Das Unternehmen teilte zuletzt mit, dass es 2026 von einem geringeren Umsatz ausgeht – unter anderem aufgrund des Deals für niedrigere Medikamentenpreise in den USA. Ob und in welchem Umfang Amerikaner dadurch in ihrem Alltag tatsächlich Geld sparen werden, ist allerdings unklar.
Vier Medikamente werden zurzeit auf »TrumpRx« aufgelistet. / © Screenshot TrumpRx
Die USA gelten bei vielen Medikamenten als einer der teuersten Märkte der Welt. Länder in Europa oder Asien verhandeln meist zentrale Höchstpreise und regulieren die Pharmaindustrie stärker. In den USA wird seit Längerem über die gestiegenen Lebenshaltungskosten diskutiert, die hohen Arzneimittelpreise sind dabei einer von vielen Aspekten. Trump forderte, dass Geringverdiener stärker von einer »Bestpreisgarantie« für Medikamente profitieren, und setzte dafür auch die Pharmabranche in Europa unter Druck. Im vergangenen Jahr wandte er sich in Briefen an 17 große Pharmakonzerne – darunter Boehringer Ingelheim, Pfizer, Novartis und Eli Lilly – und forderte, dass neue Arzneimittel automatisch zum niedrigsten Preis angeboten werden.
Der US-Präsident sieht sich dabei mit der Kritik konfrontiert, er würde sich zu viel um außenpolitische Angelegenheiten kümmern und darüber die eigentlichen Sorgen der Menschen im Land vernachlässigen.
Wie viele Patienten durch die Nutzung des Portals tatsächlich Geld sparen werden, ist unklar. Eine Expertin sagte der »New York Times«, dass manche Patienten einen Preis fälschlich für günstig halten, aber am Ende finanziell schlechter dastehen könnten.