| Alexander Müller |
| 26.01.2026 18:30 Uhr |
Großhändler AEP ist verkauft, The Platform Group (TPG) übernimmt. / © AEP
AEP wurde 2013 gegründet und war mit einem einzigen Zentrallager und Einheitskonditionen für Apotheken ein Gegenentwurf zu den anderen Großhändlern. Ziel war die Preisführerschaft bei reduzierter Belieferungsfrequenz.
Haupteigner war bislang die Österreichische Post, die ihre Anteile seit 2013 sukzessive auf 51,52 Prozent erhöht hatte und zum Zeitpunkt der Gründung auch Inhaberin des Pharmalogistikers Trans-o-flex war. Die Österreichische Post sowie die Minderheitsgesellschafter haben ihre Beteiligungen an der AEP jetzt an TPG verkauft.
Der Verkauf hatte sich schon länger abgezeichnet: Als »Projekt Rivage« – also »Ufer« oder »Küste« – wurde ein »innovativer Pharmagroßhändler« mit »hochattraktivem, konjunkturunabhängigem Geschäftsmodell« seit Monaten angeboten. In dem Exposé, das der PZ vorliegt, wurde »eine hohe vierstellige Zahl an Apotheken« als Kundenkreis genannt. Allerdings hatte AEP seit jeher das Problem, dass viele Apotheken den Großhändler eher als Lückenfüller nutzen. 5000 bis 6000 Apotheken sollen dem Vernehmen nach angefahren werden, Hauptlieferant ist AEP demnach aber nur bei einem Bruchteil davon.
Das »Manager Magazin« wollte schon im August 2025 wissen, dass die »The Platform Group« von Dominik Benner mehrere konkrete Angebote abgegeben habe, erst über 55, dann über 60 Millionen Euro. Doch die Verkäuferseite habe abgelehnt und einen strukturierten Verkaufsprozess angestrebt, heißt es im Bericht.
Jetzt schien die Zeit reif, auch wenn über den Kaufpreis nichts bekannt gegeben wird. »Der Umsatz liegt bei rund einer Milliarde Euro. Alle Geschäftszahlen von 2025 haben das Niveau aus dem Rekordjahr 2024 bestätigt und übertroffen« heißt es in der Mitteilung. AEP habe somit ihr bestes Ergebnis seit Bestehen erzielt. »Damit ist die Basis geschaffen, um auch weiterhin ein äußerst attraktiver Geschäftspartner im Markt zu sein. Für die AEP beginnt nun die nächste Entwicklungs- und Wachstumsphase«, heißt es weiter.
TPG-CEO Dominik Benner: »Mit AEP vollziehen wir den nächsten Schritt zur Ausweitung und Etablierung unserer Geschäftsstrategie im Pharmabereich. Seit 2021 sind wir in diesem Bereich aktiv und stehen bereits mit circa 16.500 Apotheken in Deutschland in einer Geschäftsbeziehung.« Damit ist die Click&Collect-Software Aponow gemeint, die ebenfalls zur Gruppe gehört. Mit AEP will Benner jetzt »zum Komplettanbieter für Apotheken« werden.
AEP-Geschäftsführerin Heike Brockmann wird so zitiert: »Mit The Platform Group gewinnen wir einen Eigentümer, der in dieser wichtigen Phase frische Impulse für zusätzliches Wachstum und Reichweite setzen kann.«