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1 Jahr E-Rezept-Pflicht
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Teurere Medikamente werden oft auf Papier verordnet

Der durchschnittliche Bruttorezeptwert eines E-Rezepts betrug im vergangenen Jahr 65,60 Euro – und damit lediglich rund ein Drittel eines Papierrezepts. Das geht aus einer Bilanz des Apothekendienstleisters Noventi nach einem Jahr E-Rezept hervor.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 10.01.2025  14:00 Uhr

Seit 1. Januar 2024 ist das E-Rezept in Deutschland Pflicht. Allerdings gibt es noch Ausnahmen – so dürfen Ärztinnen und Ärzte Betäubungsmittel und T-Rezepte noch nicht elektronisch verordnen.

Wie der Apothekendienstleister Noventi heute mitteilte, führt das dazu, dass der Wert von Papierrezepten im Schnitt höher ist als der von E-Rezepten. So lag der durchschnittliche Bruttorezeptwert eines Papierrezepts im Jahr 2024 laut Noventi bei 190,36 Euro, der eines E-Rezepts hingegen lediglich bei 65,60 Euro.

Den im Schnitt höheren Wert von Papierrezepten führt Noventi außerdem darauf zurück, dass auf einem Papierrezept mehrere Medikamente verordnet werden können, während ein E-Rezept immer nur eine einzelne Verordnung enthält.

Die Bilanz des Apothekendienstleisters nach einem Jahr E-Rezept-Pflicht fällt positiv aus. Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten habe sich das E-Rezept »stark entwickelt«. Es führe zu weniger Fehlmedikation und damit zu einer besseren Versorgung.

171 Millionen E-Rezepte rechnete Noventi 2024 ab

Durchschnittlich hat Noventi nach eigenen Angaben monatlich rund 13,1 Millionen E-Rezepte abgerechnet - im gesamten Jahr waren es insgesamt 171 Millionen E-Rezepte. Damit rechne Noventi im Durchschnitt rund ein Drittel aller E-Rezepte in Deutschland ab, hieß es.

Rund 70 Prozent aller abgerechneten Rezepte bei Noventi seien im vergangenen Jahr E-Rezepte gewesen. Im November stieg die E-Rezept-Quote laut der Mitteilung sogar auf 78 Prozent, während der Anteil der Papierrezepte auf 22 Prozent zurückging.

Mittlerweile hat die Bevölkerung in Deutschland nach Angaben der Gematik insgesamt 550 Millionen E-Rezepte eingelöst. Im vergangenen Jahr waren es rund 522 Millionen.

Aktuell gibt es drei Möglichkeiten, E-Rezepte einzulösen: über das Steckverfahren mit der elektronischen Gesundheitskarte (EGK), über eine E-Rezept-App oder als ausgedruckter QR-Code auf Papier. Laut einer Gematik-Umfrage wird überwiegend die Einlösung über die EGK genutzt - dies gaben in einer Umfrage im November vergangenen Jahres 86 Prozent der 1081 Befragten an.

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