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Hohe Arzneimittelausgaben
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Techniker Krankenkasse will 11 Milliarden sparen 

Die Gesetzliche Krankenversicherung gab 2024 55 Milliarden Euro für Arzneimittel aus. Zu viel, findet die Techniker Krankenkasse (TK) und schlägt drei mögliche Sparmaßnahmen vor. 
AutorKontaktPZ
Datum 15.01.2026  17:30 Uhr

Deutschland zahlt im internationalen Vergleich viel Geld für Arzneimittel. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Nach Angaben der TK ließen sich bereits bei den 30 umsatzstärksten Medikamenten durch Angleichungen an das internationale Preisniveau jährlich rund 4,37 Milliarden Euro an Arzneimittelausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einsparen.

»Verglichen mit den Arzneimittelpreisen in Norwegen, Südkorea oder Japan beispielsweise zahlen wir in Deutschland eindeutig zu viel für dieselben Produkte. Einzelne Medikamente sind in anderen Ländern bis zu 76 Prozent günstiger. Hier muss der Gesetzgeber handeln und dringend Maßnahmen zur Ausgabensenkung ergreifen, insbesondere im Bereich der patentgeschützten Arzneimittel«, fordert Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, in einer Pressemitteilung. 

Allein die zehn umsatzstärksten Einzelprodukte machten demnach 2024 mit einem durchschnittlichen Apothekenverkaufspreis von knapp 4.300 Euro über elf Prozent der GKV-Gesamtausgaben aus – bei einem Anteil von nur einem Prozent an den abgegebenen Packungen.

GKV: 55 Milliarden für Arzneimittel 

2024 betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel mehr als 55 Milliarden Euro - ein Rekordwert. Vor allem neue Patentarzneimittel treiben laut der TK die Kosten weiter in die Höhe. Obwohl sie nur knapp sieben Prozent der abgegebenen Packungen ausmachen, verursachen sie fast 54 Prozent der Ausgaben. Als Beispiel nennt die Krankenkasse das neue Demenz-Therapeutikum Leqembi®. Dieses warte mit Jahrestherapiekosten von über 40.000 Euro auf.

Laut der TK erwirtschaftet die Pharmaindustrie in Deutschland circa 0,8 Prozent der gesamten nationalen Bruttowertschöpfung (BWS). Damit liege sie im europäischen Vergleich lediglich auf Platz 7, obwohl Deutschland gleichzeitig die höchsten Arzneimittelausgaben pro Kopf in Europa verzeichne. Die Diskrepanz verdeutliche, dass in einer global vernetzten Industrie hohe Arzneimittelausgaben nicht automatisch zu einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik führen würden, so TK-Chef Baas. »Hohe Listenpreise in der gesetzlichen Krankenversicherung garantieren uns keine Arzneimittelproduktion in Deutschland und Europa. Sie erhöhen nur die Margen für die pharmazeutischen Unternehmen und belasten die Beitragszahlenden in der GKV.«

Die TK schlägt drei Maßnahmen vor, mit denen sie die GKV jährlich um bis zu elf Milliarden Euro entlasten will: Ein Absenken der Umsatzsteuer auf Arzneimittel von derzeit 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent könnte laut der Krankenkasse bis zu sieben Milliarden Euro einsparen. Den Herstellerabschlag für Patentarzneimittel auf 17 Prozent zu erhöhen, soll bis zu drei Milliarden Euro jährlich einbringen. Eine weitere Milliarde Euro könnte durch die Einführung von sogenannten Arzneimittel-Fokuslisten eingespart werden. Diese würden Krankenkassen ermöglichen, unter (pharmakologisch)-therapeutisch vergleichbaren Arzneimitteln eine wirtschaftliche Auswahl zu treffen.

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