| Laura Rudolph |
| 20.02.2026 16:20 Uhr |
Die Studie SafetyFIRST hat ihren primären Endpunkt verfehlt. Das liegt vermutlich vor allem an Verzerrungen innerhalb der Kontrollgruppe. / © Getty Images/FatCamera
AMBORA ist ein am Universitätsklinikum Erlangen entwickeltes Konzept zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei Patienten unter ambulanter oraler Tumortherapie (OAT). Zu Therapiebeginn und an mehreren Folgeterminen erhalten die Betroffenen eine intensivierte pharmazeutische Betreuung mit Medikationsanalyse, Schulung, Nebenwirkungsmanagement und Adhärenzförderung. Die gleichnamige AMBORA-Studie hatte den Nutzen dieser interprofessionellen Maßnahme eindeutig belegt.
Mit SafetyFIRST sollte nun untersucht werden, ob sich das unter Studienbedingungen erfolgreiche Konzept auch an anderen Standorten im Versorgungsalltag umsetzen lässt. Die cluster-randomisierte Studie lief seit April 2023 an 24 Standorten. Beteiligt waren je zwölf Tandems aus ambulanten Onkologiepraxen und öffentlichen Apotheken sowie Kliniken und Krankenhausapotheken. Insgesamt nahmen 479 Krebspatienten teil.
»Es war eine ambitionierte und wie wir glauben sehr fundierte Studie, die sich sehr ehrgeizige Ziele gesetzt hat«, sagte Professor Dr. Frank Dörje, Chefapotheker der Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen, der am 18. Februar die ersten Ergebnisse präsentierte.
In der Interventionsgruppe (253 Personen) setzten die Standorte auf eine intensivierte AMTS-Betreuung nach AMBORA-Vorbild. Zusätzlich zum Initialgespräch und den Terminen in Woche 4 und 12 führten sie in Woche 1 und 8 jeweils ein Kurzgespräch. Die Intervention umfasste die AMBORA-typische Vierfachstruktur: strukturiertes Nebenwirkungs- und Medikationsmanagement, gezielte Einnahmeschulung sowie Maßnahmen zur Optimierung der Adhärenz.
Die Kontrollgruppe (226 Personen) erhielt keine intensivierte pharmazeutische Begleitung. Vorgesehen waren ausschließlich das Initialgespräch sowie die regulären Gespräche in Woche 4 und 12. Nur bei ethischen Bedenken – etwa bei potenziell schwerwiegenden Medikationsfehlern – durfte das Studienteam eingreifen. Außerdem konnten alle Teilnehmenden weiterhin pharmazeutische Dienstleistungen nutzen, damit ihnen keine Nachteile durch die Studie entstanden.