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Handlungsempfehlung
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Stromausfall in Apotheken – was ist zu tun?

In Berlin sind auch Apotheken von dem mehrtägigen Stromausfall betroffen. Damit in solchen Ausnahmesituationen die Arzneimittelversorgung aufrechterhalten werden kann, gibt es von der ABDA eine Reihe von Hilfestellungen. Wertvolle Tipps für Privathaushalte stellt das zuständige Bundesamt zur Verfügung.
AutorAlexander Müller
Datum 05.01.2026  16:20 Uhr

Kühlschrank, Server, gegebenenfalls der Kommissionierautomat – für Apotheken hat ein Stromausfall gravierende Konsequenzen. Während sich die in der Hauptstadt betroffenen Kolleginnen und Kollegen zurzeit um ihre Betriebe und die akuten Probleme vor Ort kümmern müssen, kann der unvorhergesehene Vorfall andere Apotheken dazu motivieren, sich auf solche Situationen vorzubereiten.

Die überarbeiteten Empfehlungen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) zur Vorbereitung auf einen Stromausfall in Apotheken geben detaillierte Tipps – von der Risikoanalyse und Planung von Maßnahmen, über Checklisten für den Betrieb bis zu Ratgebern und weiterführenden Materialien ist der Handlungsempfehlung des DAV alles zusammengefasst.

Die Checkliste kann hier direkt ausgedruckt werden. Hier kann die Apotheke individuell Zuständigkeiten klären, Aufgaben verteilen und Prozesse definieren – sowohl für den Ernstfall als auch für die Vorbereitung darauf.

Eine von der ABDA zur Verfügung gestellte Dokumentationsliste bietet die Möglichkeit, eine Übersicht über abgegebene Präparate zu erstellen, wenn das EDV-System nicht zur Verfügung steht. Die Liste sollte für den Ernstfall als Ausdruck zur Verfügung stehen.

Für die Information der Patientinnen und Patienten gibt es ebenfalls vorbereitete Flyer, wie diese im Falle eines Stromausfalls mit kühlpflichtigen Medikamenten umgehen sollen. Und für die Apotheken Vordrucke zu geänderten Öffnungszeiten sowie ein Poster – Einschränkungen im Apothekenbetrieb

Tipps für Privathaushalte

Zur Vorsorge für den Notfall rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge (BBK) auch Privathaushalten. Denn sämtliche Alltagsbereiche können betroffen sein, wenn der Strom ausfällt: Licht, Heizen, Kühlung, Kochen, Waschen, auch Kommunikation und Information. Etwa sei es sinnvoll, ausreichend Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel vorrätig zu halten, wobei ein Teil der Lebensmittel auch kalt verzehrbar sein sollte. Den Leitfaden des BBK gibt es hier zum Download.

Für Licht und Wärme empfiehlt das BBK Kerzen, Taschenlampen, Campinglampen sowie warme Kleidung und Decken; bei vorhandenen Kaminen oder Öfen sollten Brennstoffe bereitliegen. Um unabhängig von der Stromversorgung informiert zu bleiben, sollten Powerbanks, Mobiltelefone und Laptops stets geladen sein sowie etwa ein batteriebetriebenes Radio zur Verfügung stehen.

Da bei einem Stromausfall Geldautomaten nicht arbeiten, wird zudem geraten, etwas Bargeld im Haus zu haben. Für das Kochen können Campingkocher oder – im Freien – Grillmöglichkeiten genutzt werden. Haushalte mit pflegebedürftigen Angehörigen sollten Vorkehrungen treffen, um diese auch über mehrere Tage selbst versorgen zu können. Generell gilt: bei ausgefallener Heizung einen Raum zu nutzen, Türen geschlossen zu halten und dennoch regelmäßig zu lüften.

Um die Krise besser meistern zu können, sei ein gegenseitiger Austausch mit Familie, Freunden oder Nachbarn sinnvoll. Das Gefühl, mit seinen Ängsten nicht alleine zu sein, könne in einer schwierigen Situation bereits helfen. Wichtig sei, Kinder mit einzubeziehen und ihre Ängste ernst zu nehmen.

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