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Bundesdrogenbeauftragter
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Streeck warnt vor mehr Drogenkriminalität

Die USA gehen hart gegen mutmaßliche Drogenhändler vor. Das könnte negative Folgen für Deutschland haben, befürchtet der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU).
AutorKontaktdpa
Datum 24.10.2025  09:56 Uhr

Streeck warnt angesichts des harten Vorgehens der US-Regierung gegen den Drogenhandel vor einer Verlagerung nach Deutschland. »Ein verschärftes Vorgehen der US-Regierung gegen Drogenkartelle in Kolumbien und Venezuela wird die Lage in Europa und auch in Deutschland wohl nicht automatisch entspannen – im Gegenteil«, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete der «Bild».

Erfahrungsgemäß reagierten kriminelle Netzwerke mit »Ausweichrouten, neuen Transitländern und auch neuen, meist noch potenteren Ersatzstoffen«, sagte Streeck. »Für Deutschland hieße das dann: Es kann zu Verlagerungen kommen beim See- und Landweg ebenso wie im digitalen Vertrieb. Bereits jetzt haben wir hochdynamische Strukturen der organisierten Kriminalität – insbesondere im Internet.«

Die USA greifen seit Wochen immer wieder Boote mutmaßlicher Drogenhändler an. In der Karibik sollen so schon Dutzende Menschen getötet worden sein.

Ohnehin sei die Lage auf dem Drogenmarkt angespannt, betonte Streeck, der als Virologe in der Corona-Pandemie bekannt geworden war. »Wir stehen bereits vor einer drohenden Drogenkrise«, sagte er. Kokain, Crack und synthetische Drogen seien gefühlt allzeit verfügbar, die Preise für Kokain tendierten nach unten. Das erhöhe Reichweite und Risiko. »Gleichzeitig werden Konsumenten jünger; der Anstieg der Drogentoten unter 30 Jahren um 14 Prozent ist ein deutliches Warnsignal«, stellte Streeck fest.

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