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Lungenkrebs
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Sterberaten gehen in der EU zurück

Lungenkrebs bleibt die häufigste Krebstodesursache in der EU. Doch in fast allen Altersgruppen ist die Tendenz positiv, zeigte eine neue Auswertung.
AutorKontaktdpa
Datum 19.01.2026  15:00 Uhr

Ausnahme: Seniorinnen

Beim Rückgang der Sterberaten gibt es eine Ausnahme: Bei Frauen im Alter von 75 Jahren oder mehr steigt die Sterberate auf 151 pro 100.000, ein Anstieg um 19 Prozent gegenüber 2015 bis 2019. Der Trend ist in anderen EU-Staaten ähnlich. Den Grund dafür sehen die Forscher im Rauchverhalten der Menschen: Die Männer hätten früher als die Frauen mit dem Rauchen angefangen, aber auch früher begonnen, damit aufzuhören.

»Unsere Ergebnisse unterstreichen die anhaltende Bedeutung des Rauchens für die Krebssterblichkeit; die Einschränkung des Tabakkonsums ist nach wie vor der Eckpfeiler der Lungenkrebsprävention und spielt auch bei der Prävention anderer Krebsarten, wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, eine Rolle«, betont La Vecchia. Daneben hätten gesündere Ernährung und medizinischer Fortschritt zu den günstigen Prognosen beigetragen.

Positive Entwicklung auch bei anderen Krebsarten

Denn die rückläufigen Zahlen gelten, mit wenigen Ausnahmen, auch für andere Krebsarten. Für alle Krebsarten zusammengenommen geben die Forscher bei Männern in der EU eine Sterberate von 114 pro 100.000 Personen für 2026 an, das wäre ein Rückgang gegenüber dem Zeitraum 2020 bis 2022 um knapp 8 Prozent. Bei den Frauen beträgt 2026 die Sterberate 75 pro 100.000, ein Rückgang um 6 Prozent.

Eine Ausnahme ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Frauen: Hier ist die Sterberate gegenüber 2020 bis 2022 um 1 Prozent angestiegen; die Rate beträgt nun 6 pro 100.000. Wenngleich die Sterberaten sinken, sind die absoluten Fallzahlen wegen der Alterung der Bevölkerung gestiegen.

Bisherige Prävention nicht ausreichend

Um die Sterberaten bei Krebserkrankungen weiter zu reduzieren, empfehlen die Studienautoren: »Eine Verschärfung der Tabaksteuer, die Umsetzung von Werbeverboten, die Schaffung rauchfreier Umgebungen und die Bereitstellung von Unterstützung bei der Raucherentwöhnung sind unerlässlich, um regionale und sozioökonomische Unterschiede zu verringern und eine nachhaltige Senkung der Krebssterblichkeit in ganz Europa zu erreichen.«

Darüber hinaus blieben die Bekämpfung von Übergewicht, die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten, die Kontrolle des Alkoholkonsums sowie der Ausbau und die Verbesserung der Durchführung von Bevölkerungsscreenings zur Früherkennung von Gebärmutterhals-, Brust- und Darmkrebs wichtige Strategien in der Krebsprävention, betonen die Forscher.

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