Im vergangenen Jahr hat die Gesetzliche Krankenversicherung 56,4 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. / © Adobe Stock/Gundolf Renze
Laut der Analyse ist die für die Vergütung maßgebliche Zahl der abgegebenen Medikamente im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 749 Millionen gesunken. »Die Zahlen für das Jahr 2025 zeigen ganz nüchtern: Die Krankenkassen geben mehr Geld für weniger Medikamente aus«, sagt der DAV-Vorsitzende Hans-Peter Hubmann: »Denn neue und innovative Arzneimittel sind oft teurer als ihre Vorgänger. Mit einer bedarfsgerechten Verordnung dieser Arzneimittel lassen Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten am medizinischen Fortschritt teilhaben – und das ist auch gut so.«
Gar nicht gut sei jedoch, dass die Apotheken als Leistungserbringer nicht am Fortschritt und Wachstum teilhaben, »sondern im Gegenteil kaputtgespart werden«, so Hubmann. Seit 2013 habe jede fünfte Apotheke schließen müssen, weil die Kosten um 65 Prozent gestiegen seien. Laut aktuellen Daten gingen die Apothekenschließungen 2025 weiter, während die Zahl der Offizinen in der gesamten Bundesrepublik auf den niedrigsten Stand seit 1978 fiel.
Hubmann äußert sich auch zur ausgebliebenen Fixumserhöhung auf 9,50 Euro, die eigentlich im Koalitionsvertrag verankert ist. »Wir fordern Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat auf, die Apotheken finanziell zu stärken und eine patientenorientierte Versorgung zu ermöglichen. Damit die Wege für die Menschen zur nächsten Apotheke nicht noch weiter werden«, so der DAV-Vorsitzende.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat die Fixumserhöhung vergangene Woche im neuen PZ-Format »Alex’ Doppelte Dosis« erneut versprochen und erklärt, dass sie sich an den Koalitionsvertrag gebunden fühle. Ob die Ministerin ihr Versprechen wirklich umsetzen kann, ist angesichts der prekären finanziellen Sitation der Gesetzlichen Krankenversicherung allerdings ungewiss.