Führten gemeinsam durch das Kongressprogramm: Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz und Prof. Dr. Ulrike Garscha. Schwerpunktthema waren Volkskrankheiten. / © PZ/Alois Müller
Apothekerinnen und Apotheker aus öffentlichen Apotheken, Krankenhausapotheken und der pharmazeutischen Industrie sowie Studierende und Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum aus dem DACH-Raum nutzten die Gelegenheit zur Fortbildung. Die Veranstaltung der Bundesapothekerkammer (BAK) überzeugte erneut mit fachlicher Exzellenz, praxisnahen Impulsen und einem inspirierenden Rahmenprogramm.
Erstmals präsentierte sich der Pharmacon in einer neuen Kongressstruktur: Obwohl die Dauer um einen Tag verkürzt wurde, bot der Kongress mehr Inhalte als je zuvor. Mit 16 hochwertigen Vorträgen statt bisher 15 und dem insgesamt verdichteten Kongressprogramm erlebten die Teilnehmenden eine Fortbildungswoche, die als besonders intensiv und effizient wahrgenommen wurde.
»Natürlich ist Fortbildung für uns Apothekerinnen und Apotheker lebenslange Pflicht und Teil unseres Selbstverständnisses als Heilberuf«, betonte Dr. Armin Hoffmann, Präsident der BAK, in Schladming. Hoffmann weist aber auch auf die zahlreichen Herausforderungen der Apothekerschaft hin. »Mit Blick auf die geplante Erweiterung unseres Leistungsangebots durch das zu erwartende Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz passte sich dieser Kongress bereits wunderbar in die aktuelle Entwicklung ein – ein Kongress am Puls der Zeit. Die Einbindung der Apotheken in die Primärprävention und die Bedeutung unserer Apotheken als zentraler und selbstverständlicher Gesundheitsstandort wurde in vielen Vorträgen klar dargestellt und bestätigt.«
Im Mittelpunkt standen praxisnahe Fachvorträge zur Prävention und Pharmakotherapie von Volkskrankheiten wie Hypertonie, Herzinsuffizienz, Adipositas, Asthma und COPD, gastrointestinale und dermatologische Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen sowie Beschwerden in den Wechseljahren, Osteoporose, Demenz, Schlafstörungen und Schmerzen. Ergänzt wurde das Programm durch ein Seminar zur pharmazeutischen Dienstleistung: »Wie inhalieren Patientinnen und Patienten richtig?«, das zusätzlich den unmittelbaren Praxisbezug unterstrich.
Der Kongress machte deutlich, dass durch die konsequente und korrekte Anwendung evidenzbasierter Arzneimitteltherapien Krankheitsverläufe positiv beeinflusst und Folgeerkrankungen vermieden werden können. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass Polypharmazie – insbesondere bei chronischen Erkrankungen häufig unvermeidbar – ein strukturiertes pharmazeutisches Medikationsmanagement erfordert, um Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu gewährleisten. Ergänzend dazu leisten qualifizierte Beratungen in den Vor-Ort-Apotheken zu Ernährung, Bewegung und Lebensstil einen wichtigen Beitrag zur Prävention sowie zur erfolgreichen Unterstützung der Therapie.
Einen weiteren Höhepunkt bildete die berufspolitische Diskussion mit dem Vorstand der BAK zum Thema »Im Lichte der Apothekenreform: Wie kommen wir zur Apotheke der Zukunft?«. Die Möglichkeit, Fragen vorab online, aber auch spontan am Mikrofon zu stellen, trug zu einem lebhaften und strukturierten Austausch bei.
Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker, die den Pharmacon organisiert, freut sich über den Erfolg der neuen Kongressstruktur. »Der Pharmacon Schladming bildet stets den Auftakt in das neue Fortbildungsjahr und bietet der Branche eine erste wichtige Austauschmöglichkeit gleich zu Jahresbeginn.« Der Kongress bringe aktuelles pharmazeutisches Wissen, berufspolitische Impulse und den persönlichen Austausch auf besondere Weise zusammen, so Ergül. »Die wachsende Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist für uns Bestätigung und Ermutigung zugleich, den Kongress stetig weiterzuentwickeln.«
Hoffmann ergänzt: »Das Zusammenführen von praxisrelevanter Fortbildung, wissenschaftlichen Vorträgen und berufspolitischen Elementen ist das Erfolgsmodell der Pharmacon-Kongresse und legt die Grundlagen für eine Weiterentwicklung der pharmazeutischen Leistungen und deren praktische Anwendung in unseren Apotheken und damit der gesamten pharmazeutischen Wissenschaft.«
Zwei Partner-Symposien mit Industrieunterstützung bereicherten das Programm. Die Veranstaltung von Dr. Willmar Schwabe widmete sich dem Thema »Funktionelle Magen-Darm-Beschwerden & Sodbrennen: interdisziplinäre Ansätze für die pharmazeutische Praxis«. Das zweite Symposium von Fresenius Kabi stellte »The New Kid on the Block: Neue Perspektiven auf den Eisenstoffwechsel und die Supplementation« in den Mittelpunkt.
Neben den eigentlichen Fachvorträgen bot der Kongress zahlreiche Gelegenheiten zum Netzwerken. Die inspirierende Abendveranstaltung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank trug mit dem Vortrag von Professor Dr. Markus Gabriel dazu bei. Dieser beleuchtete den Wandel von KI von reiner Effizienztechnologie hin zu einer emotionalen und ethischen Dimension. Gabriel zeigte, warum die KI-Revolution nicht nur technisch geprägt ist, sondern auch eine strukturell ethische Weiterentwicklung benötigt, da sie Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nachhaltig prägt.
Zudem rundeten der pharmazeutische Quizabend, die traditionelle Hüttengaudi mit Nachtrodeln und Eisstockschießen das Programm ab und sorgten für beste Stimmung unter den Teilnehmenden.
Vor Ort konnten bis zu 33 Fortbildungspunkte erworben werden. Wer nicht in Präsenz teilnehmen konnte, dem bietet sich die Möglichkeit, das On-Demand-Programm vom 29. Januar bis 30. März 2026 zu nutzen. Buchungen dafür sind unter www.pharmacon.de möglich.
Der nächste Pharmacon findet vom 31. Mai bis 5. Juni 2026 in Meran/Italien statt, zu dem die Bundesapothekerkammer herzlich einlädt. Schwerpunktthemen sind gastrointestinale Erkrankungen, Genderpharmazie, innovative Therapiekonzepte und moderne Arzneiformen. Für den nächsten Winter-Pharmacon in Schladming kann bereits der 17. bis 21. Januar 2027 im Fortbildungskalender festgehalten werden.