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Körperliche Aktivität
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Stadtstruktur beeinflusst Schrittzahl 

Wie viel Menschen gehen, hängt von ihrer Wohnumgebung ab. Gehfreundliche Städte steigern die tägliche Schrittzahl Das zeigt eine US-Analyse von Bewegungsdaten. Experten halten die Ergebnisse für übertragbar auf deutsche Städte.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 14.08.2025  10:30 Uhr

Stadtentwickler haben Einfluss

»Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Veränderungen der baulichen Umgebung große Populationen beeinflussen können – im Vergleich zu Interventionen, die auf Individuen abzielen und nur kleine Gruppen erreichen«, schreibt die Gruppe. Der Analyse zufolge entspricht etwa ein Sechstel der US-Bevölkerung – 18 Prozent – der Empfehlung, 150 Minuten pro Woche zu gehen. Bei einer recht anregenden Umgebung wie etwa in Chicago oder Philadelphia, so berechnet die Gruppe, wären es mehr als 29 Prozent, im Falle von New York City sogar fast ein Drittel, 32,5 Prozent.

Zwar seien die Nutzerinnen und Nutzer der App wohl nicht repräsentativ für die US-Bevölkerung, räumt das Team selbst ein. Dennoch: »Die Ergebnisse unserer Analyse liefern Forschenden und Politik-Verantwortlichen Informationen, um die Auswirkungen zielgerichteter Verbesserungen der Fußgängerfreundlichkeit abzuschätzen«, schreibt die Gruppe.

Die Studie biete »zwingende Belege dafür, dass die bauliche Umgebung kausal beeinflusst, wie viel wir gehen«, betont Althoff. »Viele Dinge beeinflussen die Zahl der täglichen Schritte, und die bauliche Umgebung gehört eindeutig dazu.«

Konzept 15-Minuten-Städte

Experte Siedentop, der an der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund lehrt, spricht von einer sehr spannenden Studie, die mit Hilfe der App-Daten ganz neue Einblicke gebe – auch wenn die USA nur eingeschränkt mit Deutschland vergleichbar seien. »Es hat eine große Bedeutung für Bewegung, wo ich lebe und welche Angebote ich habe«, sagt der Experte für Stadtentwicklung.

Diesbezüglich gebe es auch in Deutschland beträchtliche Unterschiede. So legten Menschen in deutschen Metropolen einer Studie zufolge etwa 31 Prozent ihrer Wege zu Fuß zurück, in Kleinstädten und Dörfern dagegen seien es nur 21 Prozent, so Siedentop.

Aus Frankreich stammt demnach das auch in Deutschland diskutierte Konzept der Stadt der kurzen Wege – auch 15-Minuten-Stadt genannt: Demzufolge sollten alle wichtigen Orte für den täglichen Bedarf binnen 15 Minuten zu Fuß oder per Rad erreichbar sein. Von den deutschen Metropolen schneiden gemäß einer Studie hier vor allem Frankfurt, Mannheim und München gut ab, aber auch Hannover, Düsseldorf, Berlin und Stuttgart.

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