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Wundheilung
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Spezialpflaster als Spion

Damit Wunden nach einer Operation im Bauchraum dicht verschlossen bleiben, haben Forschende der Eidgenös­sischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt und der ETH Zürich ein intelligentes Pflaster entwickelt.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 15.05.2024  08:00 Uhr

Der Polymerverschluss warne mithilfe eines Sensors, bevor gefähr­liche Lecks an Nähten im Magen-Darm-Trakt entstehen, und schließe die Stellen eigenständig, heißt es in einer gemein­samen Presseinformation der Institute.

Zum einen verhindert das spezielle Hydrogel-Polymer-Pflaster, dass die stark sauren Verdauungssäfte und keim­beladene Nahrungsrückstände aus dem Darmkanal austreten und in der Folge eine Bauchfellentzündung oder eine lebensgefährliche Sepsis auslösen. Zum anderen ist das Pflaster mit nicht elektronischen Sensoren ausgestattet, die bereits Alarm schlagen, bevor Verdauungssäfte in die Bauchhöhle austreten können.

Das Pflaster kann bei Bedarf auch mit Arzneistoffen, etwa Antibiotika, beladen werden. Die Warnfunktion erreicht das Pflaster durch seine neuartige Komposit-Struktur, die auf Änderungen des pH-Wertes und das Auftreten bestimmter Eiweiße im Umfeld der Wunde reagiert. So schlägt beispielsweise saurer Magensaft an, indem feinste Gasblasen in der Matrix des Pflasters auftauchen. Die Bläschen lassen sich dann mittels Ultraschall sichtbar machen.

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